2. Postwesen und Energiewirtschaft a) Postwesen 1807 hob Menzinger in einem Schreiben an den Fürsten hervor, dass dem Fürstentum zugleich mit der Erlangung der Souveränität auch das Postregal zugefallen sei. Der Landvogt schlug daher vor, das Postregal voll in die Hand zu nehmen. Zwar seien zunächst nur bescheidene Einnahmen zu erwarten, aber dies könne sich in Zukunft ändern, meinte Menzinger.103 Der Fürst war mit Menzingers Vorschlag einver- standen.104 Die Neuordnung des Post- und Botenwesens konnte aber von Menzinger nicht mehr vorgenommen werden,103 und dessen Nach- folger, Landvogt Schuppler, dachte nicht mehr an eine eigenständige Organisation des Postwesens. 1817 wurde dem Antrag der k. k. Postverwaltung in Bregenz zur Er- richtung einer «BriefSammlung» in Balzers stattgegeben. Im Bewilli- gungsschreiben wurde betont, dass das Postregal als fürstliches Landes- hoheitsrecht betrachtet werden müsse und der angestellte Brief Samm- ler zwar nach österreichischen Grundsätzen, jedoch im Namen des Fürsten amtieren werde.108 Schon 1819 wurde die Briefsammlung zu Balzers aufgehoben und erst 1827 wieder errichtet.107 1 839 erfolgte die Erhebung der Briefsammlung in Balzers zum k. k. Postamt und 1845 die Errichtung einer Briefsammlung in Vaduz.108 Einige Zahlen geben uns ein Bild über den damals recht bescheidenen Postverkehr. 1855 gingen von Graubünden nach Feldkirch 4764 Briefe, davon 208 nach Balzers, 3456 nach Feldkirch und 600 nach Bregenz. In umgekehrter Richtung wurden 4128 Briefe befördert,408 von Balzers, 3168 von Feld- kirch und 552 von Bregenz aus.109 Im Verlaufe der zweiten Jahrhun- derthälfte nahm der Postverkehr zu, und weitere Posteinrichtungen wurden nötig. So entstanden 1864 eine Postexpedition in Nendeln. 1872 102 Die Geschichte des liechtensteinischen Postwesens wird hier nur in aller Kürze skizziert, da über diese Materie, besonders in philatelistischer Hin- sicht, bereits umfangreiche Literatur vorliegt. — Vgl. oben, S. 327, Anm. 1: Literatur. 103 LRA AR Nr. 9, Fasz. 8/4. 1. Sept. 1807. Menzinger an HKW. 104 LRA AR Nr. 9, Fasz. 8/4. 21. Sept. 1807. HKW an OA. 105 Menzinger schied im Frühjahr 1808 aus seinem Amt. — Noch am 16. März 1808 hatte er der Hofkanzlei ein Projekt über die Neuordnung des Post- und Botenwesens eingereicht. Das Projekt rechnete mit einem jährlichen Einnahmenüberschuss von 60 fl. (LRA AR Nr. 9. Fasz. 8/4 Menzinger an HKW). 106 HKW 1817/Nr. 6688. 30. Sept. 1817. HKW an OA. HHStA Kl. B. Fz. 6a. 28. Nov. 1817. Staatskanzlei an Fürst. 107 Sieger, Post in Liechtenstein, S. 38. 108 a. a. O., S. 39. 109 LRA NR 104/221. Notiz, o. D. (1855). 345
        

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