Alle Anstrengungen, den Transitverkehr auf der Liechtensteiner Strasse zu halten, waren von keinem Dauererfolg begleitet. Der Güter- verkehr ging immer mehr zurück. Als schliesslich am 1. Juli 1858 die schweizerische Bahnlinie St. Gallen-Rorschach-Rheineck-Chur eröffnet wurde, verschwand der verbliebene kleine Transitverkehr endgültig. Das liechtensteinische Strassennetz diente lediglich noch dem Lokal- verkehr.32 Es ist schwierig, sich ein Bild vom Ausmass und von der Bedeutung des Durchgangsverkehrs für die liechtensteinische Bevölkerung zu machen. Ein paar Zahlen mögen einigen Aufschluss geben. 1784 wurde der jährliche Verdienst der Rodfuhrleute aus den Korn- und Salzfuhren mit lO'OOO fl geschätzt.33 1794 wurden rund 20'000 Malter Korn von Feldkirch bis Balzers transportiert. Die liechtensteinischen Rodfuhr- leute verdienten dabei ca. 4000 fl.34 — Von 1815 bis 1820 wurden ca. 37'000 und von 1821 bis 1829 34'540 Fässer Salz durch Liechtenstein geführt.35 — 183 7 wurden an der Zollstation bei der Fähre Balzers- Trübbach für 260'000 Zentner Güter rund 1300 fl Zollgelder eingezogen. Vor der Erbauung der Schollbergstrasse hatte der Zoll an dieser Stätte kaum 100 fl betragen. c) Weggeldcr Für die Beützung der Strassen musste schon in alter Zeit eine be- stimmte Gebühr, «Weggeld» oder «Wegmaut» genannt, bezahlt werden. Diese Abgaben gehörten zu den Regalien der Landesherrschaft.37 Ge- mäss Weggeldordnung vom 31. August 1782 war für ein Reit-, Saum- 32 LRA NR 107/79. 17. Juni 1858. RA an Fürst. 33 LB Fritz. 34 LRA AR Nr. 21, Fasz. 20/1 und Fasz. 20/2. Verzeichnisse über Warentrans- port Feldkirch-Balzers. 1801 galt für das Malter Korn folgender Transport- lohn: Fussach-Bauern = 18 kr, Bauern-Feldkirch = 16 kr, Feldkirch-Balzers = 42 kr, Balzers-Maienfeld = 25 kr, Maienfeld-Chur = 38 kr. Der Trans- port für ein Malter Korn von Fussach bis Chur kostete also, Weggeld, Zoll etc. inbegriffen, 2 fl 19 kr. 35 LRA SR W 4. SR Z 1. NR 2/35. NR 5/4. NR 9/30. Akten betr. Salzspedition Feldkirch-Schweiz. Die Zahlen beruhen auf eigenen Berechnungen. — Die Transportkosten für ein Fass Salz von Feldkirch beliefen sich 1781 auf 1 fl 10 kr. In diesem Tarif waren 6 kr Weggeld, 3 kr Niederlagsgeld und 2 kr Zoll inbegriffen. Der reine Fuhrlohn betrug somit 59 kr. — 1807 galten für die Strecke Feldkirch-Trübbach folgende Tarife für ein Fass Salz: Fuhrlohn Feldkirch-Schaan = 30 kr, Fuhrlohn Schaan-Trübbach = 33 kr, Zoll in Vaduz = 2 kr, Schifflohn = 472 kr, Schweizerzoll = IV2 kr, Niederlags- geld in Schaan = l'kr. (LRA AR Nr. 22, Fasz. 21. 10. Jan. 1807. Protokoll). 36 LRA NR 60/30. 27. Aug. 1838. OA an Fürst. - 1842 benutzten 11-1200 Reisende diese Route. (LRA NR 73/12. 30. Aug. 1843. OA an Bezirksammann- amt Sargans). 37 Vgl. oben, S. 73 f. 334
        

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