das Gesuch abzulehnen.35 1843 bemühte sich ein gewisser Vincent Mas- son aus dem Kanton Waadt, Liechtenstein zum Sitz einer Lotteriegesell- schaft zu machen.30 Das Oberamt brachte die Angelegenheit in Wien vor, wurde aber schon bald vom abschlägigen Bescheid des Fürsten in in Kenntnis gesetzt.37 — Mit Verordnung vom 5. März 1847 wurde schliesslich die Errichtung von Lottos, Lotterien und Spielbanken ver- boten.38 Auch das Sammeln für auswärtige Lotterien oder Lottos wurde untersagt.39 Trotz des bestehenden gesetzlichen Verbots trat 1872 die Spielbank- gesellschaft von Baden-Baden an die Regierung mit dem Ersuchen heran, ihr eine Betriebskonzession zu gewähren. Die Gesellschaft bot dem Lande neben anderen Vorteilen eine für liechtensteinische Ver- hältnisse riesige Abfindungssumme von 8 Millionen Franken. Bei der damals schwierigen Finanzlage des Staates infolge der gewaltigen Sum- men, die die Rheinkorrektionsarbeiten verschlangen, lockte das Ange- bot besonders. Der Landtag befürwortete die Konzessionierung der Spielbank und ersuchte auch den Fürsten um Zustimmung. Der Fürst verharrte aber bei seiner ablehnenden Haltung. Moralische Bedenken, insbesondere aber eine Intervention des österreichischen Aussenmini- steriums hatten den Fürsten zu seiner Haltung bewogen. Für Liechten- stein wäre es aussenpolitisch gesehen sehr gewagt gewesen, die Spiel- bank zu konzessionieren, bestanden doch in der Schweiz und in Deutschland Spielbankverbote.40 Aus diesen Gründen lehnte die fürst- liche Regierung spätere Spielbankgesuche, mochten sie noch so lukrativ sein, strikte ab. 35 HKW L 2 — 3, 91 26. Okt. 1812. Gutachten der Hofkanzlei. 36 LRA NR 75/1. 24. Juli 1843. Oberamtliche Notiz. 37 LRA 75/1. 2. Nov. 1843. HKW an OA. 38 «Verordnung. Verbot über Errichtung von Lottos, Lotterien und Spielban- ken.» 5. März 1847. (LRA NS 1847). 39 a. a. O., § 1. 40 Betr. Spielbankangelegenheit von 1872, vgl. Schädler, Landtag, JBL 1 (1901), S. 172 — 174. 1875 kam ein entsprechendes Gesuch aus Brüssel (LRA 1875/ Nr. 1074) und 1891 aus Genf (LRA 1891/Nr. 405). - Die Kapitalgruppe aus Genf wollte in Vaduz einen Kursaal wie in Monte Carlo bauen. Im Gesuch- schreiben stand zu lesen: «Dieses Unternehmen wird dem Fürstenthum Liechtenstein grosses Gedeihen und Reichtum bringen. Die Stadt von Vaduz wird sich schnell vergrösserri. Die Hütten (!) werden ihren Werth rasch vermehren. Die Einwohner werden gute Stellen leicht treffen.» (LRA 1891/ Nr. 405. Gesuch vom 27. Februar 1891). 326
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.