Feuerversicherung Der älteste Versicherungszweig in Liechtenstein ist die Feuerversiche- rung. Immer wieder zerstörten Brände ganze Ortsteile und stürzten die Menschen in unsägliche Not.1 Die Tatsache, dass früher die meisten Häuser aus Holz gebaut waren, machte jeden Brandfall zu einer gros- sen Gefahr für das ganze Dorf, die durch den häufigen Föhn noch ver- stärkt wurde. Feuerversicherungsgesellschaften boten seit dem ausge- henden 18. Jahrhundert die Möglichkeit, sich gegen solche Schäden zu schützen.2 Da Liechtenstein trotz der ungünstigen Verhältnisse seit dem Dorf- brand von Balzers im Jahre 17953 bis zur 1849-er Brandkatastrophe von Schaan4 von grösseren Brandschäden verschont blieb, hatte die Bevölkerung anfänglich nur wenig Bereitschaft, Feuerversicherungen abzuschliessen. Bis Ende der 20-er Jahre gab es nur 'wenige Gebäude-, und sozusagen gar keine Mobiliarversicherungen in Liechtenstein. Die wenigen Gebäude waren damals beim «Schweizerischen Phönix» ver- sichert. Als 1831 mehrere Schaaner Bürger der im Jahre 1821 gegründeten «Feuerversicherungsanstalt für Tirol und Vorarlberg» beitreten wollten, ersuchte diese Anstalt das Oberamt, den Liechtensteinern den Beitritt zu gestatten.6 Das Oberamt kam am 1. Januar 1832 dem Gesuch nach und die Versicherungsanstalt fand bald regen Zuspruch.8 Bis Mitte der 40-er Jahre beherrschte die «Tirolisch-vorarlbergnisch-liechtensteini- sche Brandversicherungs-Anstalt» das Feuerversicherungsgeschäft in 1 Vgl. Anhang Nr. 72. (Brandfälle). 2 In der Schweiz entstand die erste Feuerversicherung 1792 in der Stadt Zürich. (Bodmer Industriegeschichte, S. 521). 3 Beim Dorfbrand von Balzers am 24. Oktober 1795 wurden 34 Häuser samt Stallungen, sowie die Pfarrkirche und der Pfarrhof zerstört. Drei Menschen kamen ums Leben und 40 Familien wurden obdachlos. Wegen des Föhns waren durch den Brand auch die Dörfer Triesen und Vaduz bedroht. (HKW L 2-3, 20. 24 Okt. 1795. OA an HKW). 4 Der Dorfbrand in Schaan vom 21. September 1849 zerstörte 29 Wohnge- bäude samt Stallungen. Der gesamte Schaden wurde mit 37'806 fl geschätzt. Lediglich 16 der 29 Wohngebäude waren bei der Tirolisch-vorarlbergischen Brandversicherung mit einer Gesamtsumme von 8'890 fl versichert. (LRA NR 95/1. 15. Okt. 1849. Regierungsamtsprotokoll). 5 «Liechtensteiner Landeszeitung». 1. Jg. (1863), Nr. 9. S. 36. 6 LRA NR 20/1. 16. Juni 1831. Brandassekuranz-Lokalkommission Feldkirch an OA. 7 LRA NR 20/1. 1. Jan. 1832. OA an Brandassekuranz-Lokalkommission Feld- kirch. 8 1834 verzeichnete die tirolisch-voralbergische Brandversicherung annähernd 100 Beitrittserklärungen. (LRA NR 10/1). 322
        

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