300 —1000 fl ein einmonatige und für höhere Beträge eine dreimona- tige Kündigung vorgeschrieben. Darlehen wurden gewährt auf inländi- schen Grund- und Hausbesitz gegen hypothekarische Sicherheit; ohne solche Sicherheit an Gemeinden und gemeinnützige Genossenschaften; gegen Bürgschaft auf drei bis zwölf Monate, wobei der Bürge im Lande wohnen musste; gegen Faustpfand für höchstens ein Jahr bei Hinter- legung von hypothekarisch sichergestellten Schuldurkunden oder bör- sengängigen Wertpapieren.100 Für alle diese vier Darlehensarten wur- den genaue Vorschriften erlassen. Der Zins war nun für alle Darlehen im Nachhinein zu bezahlen.101 Die Bank wurde erstmals ermächtigt, «einen Theil des verfügbaren Kassabestandes bei soliden Geldinstituten gegen Contocorrent anzulegen»102 und selbst Gelder im Kontokorrent zu übernehmen.103 Ebenfalls konnte die Sparkassa Liegenschaften, bei deren zwangsweiser Veräusserung sie einen Verlust befürchten musste, vorübergehend erwerben.104 Sollte der Reservefonds 10% der gesam- ten Einlagen überschreiten, so musste der Mehrbetrag den öffentlichen landschaftlichen Fonds zugeleitet werden.105 Mit Gesetz vom 31. Dezember 1893 wurde der Zins für Darlehen an Gemeinden und Genossenschaften auf 4% festgelegt.100 Die Darlehen mussten aber zu einem Tilgungssatz von mindestens 2% abgezahlt werden. Die Aufnahme von Gemeindedarlehen wurde an die Geneh- migung der Regierung gebunden.107 Mit dem gleichen Gesetz wurde der Hypothekarzinsfuss, der seit der Gründung der Sparkassa 5% be- tragen hate, auf 41/2 °/o herabgesetzt.108 Eine wichtige Neuerung erfolgte 1898 mit der Einführung einer An- nuitätenabteilung.109 Für Hypothekardarlehen mit Annuität wurde ein Zinssatz von 4V4% und ein Tilgungssatz von 
3/4% festgelegt.110 Die Annuitätenabteilung wurde allgemein begrüsst, da der Schuldner von 99 a. a. O., § 12. 100 a. a. O.. § 17. 101 a. a. O.. § 18. 102 a. a. O., § 24. — Eine solche Anlage bedingte die Genehmigung der Re- gierung und die Zustimmung der Sparkassakommission. 103 a. a. O., § 25. 104 a. a. O., § 26. 105 a. a. O., § 27. 106 '(Gesetz betreffend die Herabsetzung des Zinsfusses bei den landschaft- lichen Kassen und Fonden.» 31. Dez. 1893. Art. 1. LGBl. Jg. 1894, Nr. 1. - Vgl. auch: Schädler, Landtag, JBL 4 (1904), S. 32-34. 107 a. a. O. 108 a. a. O., Art. 2. 109 «Gesetz betreffend die Einführung einer Annuitätenabteilung bei der Sparkasse des Fürstentums Liechtenstein.» 8. August 1898. LGBl. Jg. 1898, Nr. 5. - Vgl. auch Schädler, Landtag, JBL 4 (1904), S. 63 - 65. 110 a. a. O., Art. 2. 320
        

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