kassakommission», bestehend aus dem Landesverweser und «drei vom Landtag gewählten Mitgliedern».88 Mit Bewilligung der Sparkassakom- mission konnten auch Einlagen über 1000 fl angenommen werden.89 Die Einlagen wurden zu 4% verzinst.90 Die Vorschriften über die An- lage der Einlagegelder wurden wesentlich erweitert. Die Einlagen soll- ten in der Regel gegen Hypothek oder Faustpfand zu 5% im Fürsten- tum angelegt werden. Mit Zustimmung der Sparkassakommission und der Regierung durften auch ausländische Wertpapiere angekauft wer- den.91 Erstmals wurde in Paragraph 19 ein bestimmtes Verhältnis zwi- schen Reserve und Vermögen vorgeschrieben: «Sobald der Reservefons 5% des rechnungsmässig ausgewiesenen jährlichen Aktivvermögens der Sparkassa überschreitet, ist der Überschuss an die Landeskassa ab- zugeben.»92 Die fürstliche Buchhaltung übernahm die ziffernmässige Überprüfung der vom Landtag genehmigten Jahresrechnung.93 1881 wurde die Laufzeit für .«Kreditdarlehen» —• man verstand da- runter Darlehen gegen Bürgschaft — auf drei Jahre beschränkt.94 Ziel dieser Massnahme war es, vermehrt Mittel für Bürgschaftsdarlehen zu erhalten, um die verstärkte Kapitalnachfrage zu befriedigen.90 Nachdem der Landwirtschaftliche Verein der Regierung mehrere Vorschläge zur Verbesserung der Kreditverhältnisse unterbreitet hatte,90 erhielt die Sparkassa 1891 neue gesetzliche Grundlagen, die die Wün- sche der Bauernschaft berücksichtigten.97 Die neuen «Statuten der Spar- kasse für das Fürstentum Liechtenstein» enthielten gegenüber bisher viel ausführlichere Bestimmungen und waren systematischer aufgebaut. Für Einlagen über 1000 fl konnte der Landtag den Zinsfuss bis auf 3 % senken.98 Für Beträge bis 300 fl war eine 14-tätige, für Beträge von 88 a. 
a. O., §§ 3 u. 4. 89 a. 
a. O., § 5. 90 a. 
a. O., § 6. 91 a. 
a. O., § 15. 92 a. 
a. O., § 19. 93 a. 
a. O., § 20. 94 «Verordnung betreffend die bei der landschaftlichen Sparkasse behobenen Kreditdarlehen.» 11. Nov. 1881. LGBl. Jg. 1881, Nr. 3. 95 a. a. O. 96 Jahresbericht über die Tätigkeit des Liechtensteinischen Landwirtschaft- lichen Vereins irn Jahre 1889. Buchs 1890, S. 5 — 13. — Hauptanliegen des Vereins war die starke Hypothekarbelastung des landwirtschaftlichen Grundbesitzes, die es zu mildern galt, wollte man mit dem Ausland weiter- hin konkurrieren. Deshalb forderte die Bauernschaft schon damals, aller- dings ohne Erfolg, die Einführung einer Annuitätenabteilung bei der Spar- kassa. 97 «Gesetz betreffend die Einführung neuer Statuten der Sparkassa für das Fürstenthum Liechtenstein.» 16. Dez. 1891. LGBl. Jg. 1891, Nr. 7. - Vgl. auch Schädler, Landtag, JBL 4 (1904), S. 18-20. 98 a. 
a. O., § 10. 319
        

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