1845 wurde der Fonds dann gesetzlich verankert und mit festen Ein- nahmequellen versehen. Dem Armenfonds flössen wie dem Schulfonds bestimmte Taxanteile zu.49 Seine rasch anwachsenden Kapitalien stärk- ten erneut die Stellung des Staates als Kreditgeber. — 1887 begründete Fürst Johann II. mit 30'000 fl den Landeswohltätigkeitsfonds.50 Zwei Jahre später entstand der Pensionsfonds für Staatsangestellte.51 Neben dem Staat begründeten auch Gemeinden, Pfarreien und ein- zelne Private Fonds und Stiftungen. Schon seit 1689 bestand das «Pfar- rer von Kriss'sche Stipendium».52 1836 wurde in Mauren das «Pfarrer Lutz'sche Stipendium» gestiftet.53 In Eschen gab es seit 1843 einen Kirchenbau- und einen Zehntfonds.54 Dr. Joseph Ludwig Grass; Arzt in Vaduz, begründete 1857 mit 20'000 fl RW eine Schulstiftung.55 Im Zu- sammenhang mit der Zehntablösung entstanden mehrere Zehntablö- sungsfonds. Sie wurden alle zunächst von der Landeskassa verwaltet, gingen dann aber, nachdem alle Ablösungskapitalien eingezahlt wor- den waren, in die Hände der Gemeinden über. Lediglich der «Zehnt- ablösungsfonds des Churer Domkapitels» und der «Schaaner Pfarr- zehnt-Ablösungsfonds» wurden bis zum Zusammenbruch der Kronen- währung von der Landeskassa verwaltet.50 Mit der Aufzählung sind längst nicht alle Fonds und Stiftungen des 19. Jahrhunderts erfasst. Es existierten in den Gemeinden noch mehrere Fonds, allerdings mit meist nur kleinen Kapitalien.57 ' Das Gesamt der Fondskapitalien stellte bis in die zweite Jahrhundert- hälfte einen immer wichtiger werdenden Faktor im liechtensteinischen 49 Verordnung vom 20. Oktober 1845. (LRA NS 1845). • 50 Gesetz vom 20. Mai 1887. LGBL Jg. 1887, Nr. 1. 51 Gesetz vom 18. Dez. 1888. LGBL Jg. 1888, Nr. 2. 52 Johann Baptist Büchel, Geschichte der Pfarrei Triesen. JBL 2 (1902), S. 65 - 74 u. 97- 104. 53 Die Stiftung wurde testamentarisch durch den am 30. August 1830 ver- storbenen Pfarrer Karl Alois Lutz begründet. Das Gründungskapital be- trug 1'124 fl 49 kr. (LRA NR 72/23. Mehrere Akten o. Nr.). 54 LRA Rechnungsbücher. — Der Kirchenbaufonds beruhte auf dem aus der Auflösung des Klosters Pfävers herrührenden Vermögensanteil der Pfarr- gemeinde Eschen. — Der Zehntfonds wurde gespiesen aus dem der Eschner Pfrund gehörigen Zehnteinkommen. Beide Fonds wurden bis 1867 vom Rentamt verwalttet und dann der Escher Kirchenverwaltung übergeben. Bei der Übergabe betrug das Kapital beider Fonds 16'065 fl. 55 LRA NR 106'141. Nr. 840 Stiftungsurkunde vom 22. August 1857. 56 LRA Rechnungsbücher. 57 Eine Ausnahme stellt die 1885 errichtete «Dr. Peter Maxer-Stiftung» dar. Ihr Gründungskapital bestand aus 14'000 fl und zwei Grundstücken. Da bis 1895 der erste Stiftungszweck, die Errichtung eines Waisenhauses in Bendern, nicht erfüllt worden war, trat eine Bestimmung in Kraft, wonach das Stiftungsvermögen unter die Pfarrgemeinden Ruggell und ßendern aufgeteilt werden musste. (LRA SF Benderer Waisenhaus). 315
        

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