Währung erst 1898 anstelle der bisherigen österreichischen Silberwäh- rung.26 Am 1. Januar 1900 wurde die Kronenwährung in Österreich, ein Jahr später auch in Liechtenstein gesetzliche Landeswährung.27 Liechtenstein prägte nun eigene Gold- und Silbermünzen.28 Der Staat erzielte dabei beträchtliche Gewinne.29 Neben den liechtensteinischen hatten die in Österreich und Ungarn geprägten Kronenmünzen volle gesetzliche Zahlkraft.30 Die Kronenwährung wurde, nachdem schon seit dem Ende des Ersten Weltkrieges im Lande immer mehr schweize- risches Geld in Umlauf gekommen war, 1924 durch die Frankenwäh- rung als gesetzliches Zahlungsmittel ersetzt.31 b) Währungsprobleme Das kleine Liechtenstein konnte keinen Einfluss auf die Gestaltung der Währungen nehmen. Änderungen, von denen es oft verspätet er- fuhr, musste es einfach hinnehmen und die eventuell entstehenden Nachteile ertragen. Besonders stark beeinträchtigt wurde Liechtenstein in wirtschaftlichen Krisenzeiten, die sich oft verheerend auf die im Lande gängigen Währungen auswirkte. Die Finanzkrise der napoleonischen Zeit erfasste auch das Fürsten- tum Liechtenstein. Nach Ausbruch der Kriegswirren im Gefolge der französischen Revolution verschwanden in Österreich in kurzer Zeit alle Gold- und Silbermünzen aus dem Verkehr. Der Staat begann min- derwertige Scheidemünzen herauszugeben und steigerte die 1762 be- gonnene Papiergeldemission in einem solchen Ausmass, dass das öster- reichische Geldwesen zusammenbrach.32 Liechtenstein, das mit dem 26 «Gesetz betreffend Einführung der Kronenwährung.» 8. Aug. 1898. LGBL Jg. 1898, Nr. 2. 27 «Gesetz betreffend Einführung der Kronenwährung als Landeswährung.» 17. Aug. 1900. LGBL Jg. 1900. Nr. 2. 28 Von 1898 bis zur letzten Prägung von 1915 insgesamt 3000 Goldmünzen (20 und 10 Kronenstücke) und 377'500 Silbermünzen (1-, 2- und 5-Kronen- stücke) mit einem Kurswert von insgesamt 670'000 Kronen. Die Ausprägung besorgte das k. k. Münzamt in Wien. Das Mischungsverhältnis entsprach den diesbezüglichen österreichischen Gesetzen. Nähere Angaben über die liechtensteinischen Münzen siehe: Themessl, Münzen und Medaillen. Seger Landesbank, S. 59 - 68. 29 Die Münzprägungsgewinne von ,1898 bis 1915 erreichten insgesamt an- nähernd 300'000 Kronen. (LRA Rechnungsbücher). 30 Gesetz vom J7. August 1900, § 8. - LGBL Jg. 1900, Nr. 2. 31 «Gesetz betreffend die Einführung der Frankenwährung». 26. Mai 1924. LGBL Jg. 1924, Nr. 8. - Vgl. Seger, Landesbank, S. 64 - 66. Batliner, Geld und Kreditwesen, S. 53 — 124. 32 Loehr, österr. Geldgeschichte, S. 55 f. Globocnik, österr. Geld- und Münz- wesen, S. 41 — 44. — 1810 betrug der Papiergeldumlauf in Österreich mehr als 1 Milliarde Gulden und das Disagio der Banknoten mehr als 80 °/o. 298
        

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