IV. Kapitel: Geld und Kredit 1. Währungs- und Münzwesen a) Münzsysteme Im Fürstentum Liechtenstein herrschte noch im beginnenden 19. Jahrhundert ein nur sehr bescheidener Geldumlauf. Die Naturalwirt- schaft dominierte in hohem Masse. Dennoch war es für das kleine Land, das nie eine eigene Währung besessen hatte und auch nie eine eigene haben sollte, schon damals von gewisser Bedeutung, welcher Geldordnung es sich anschloss. Vor dem Münzvertrag vom 24. Januar 1857 gab es in Liechtenstein keine einheitliche Währung, und es kursierten die verschiedensten Münzen. Seiner geographischen Lage nach war Liechtenstein ein süd- deutscher Staat. Der Durchgangsverkehr von Süddeutschland nach Ita- lien war von besonderer Bedeutung für das Fürstentum.2 Als Folge die- ser Verkehrsverhältnisse war in Liechtenstein, wie im benachbarten Vorarlberg, das Münzsystem der süddeutschen Staaten gängig. 1748 war für die Reichsmünzen der 20-Guldenfuss eingeführt wor- den.3 Seit 1750 galt auch in Österreich dieser Münzfuss, der mit der österreichisch-bayrischen Münzkonvention vom 21. September 1753 auf 1 Literatur: H. A. Mascher, Das deutsche Grundbuch- und Hypotheken- wesen. Berlin 1868. Alexander M i s s o n g, Die Münzen des Fürstenhauses Liechtenstein. Wien 1882. Anton v. Globocnik, Geschichtliche Über- sicht des österreichischen Geld- und Münzwesens, Wien 1897. Albert Schädler, Die Tätigkeit des liechtensteinischen Landtages im 19. Jahr- hundert. In: JBL 1 (1901), S. 108-110, S. 116-118, S. 128 f. u. S. 172-174. JBL 3 (1903), S. 18 f., S. 28-31 u. S. 33-37. JBL 4 (1904), S. 19 f., S. 32- 34, S. 63 f., S. 76, S. 78-82. JBL 12 (1912), S. 26-30, S. 52 f. J. The- m e s s I, Fürst Johann IL, seine Münzen und Medaillen, Wien 1910. Josef Ospelt, Aus der Geschichte und Entwicklung der Sparkasse für das Fürstentum Liechtenstein. In: 75. Geschäftbericht der Liechtensteinischen Landesbank für das Jahr 1936. Vaduz 1937, S. 25-72. August Loehr, Österreichische Geldges'chichte, Wien 1946. R. Karnitz, Die österreichi- sche Geld- und Währungspolitik von 1848 — 1948. In: 100 Jahre östereichi- sche Wirtschaftsentwicklung, Wien 1949, S. 127 - 221. Bernhard S o 1 d a n, Die Entwicklung des Hartgeldes während der letzten hundert Jahre 1850 — 1949, Bern 1953. Emil-Heinz B a 11 i n e r , Das Geld- und Kreditwesen des Fürstentums Liechtenstein in Vergangenheit und Gegenwart, Winter- thur 1959. Otto S e g e r, Hundert Jahre Liechtensteinische Landesbank 1861 - 1961, Vaduz 1961. 2 Vgl. unten, S. 327 ff. 3 Globocnik, österr. Geld- und Münzwesen, S. 38 — 41. Loehr, österr. Geld- geschichte, S. 50. — Aus einer kölnischen Mark Feinsilber (233. 8123 g) sollten 20 fl CM geschlagen werden. 294
        

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