mechanische Werkstätte im Mühleholz. Sie wurde von Johann Baptist Seger betrieben, der sich zunächst mit der Reparatur und der Herstel- lung von Mühlenbestandteilen beschäftigte.218 Der spätere Inhaber der Werkstätte, Andreas Seger, arbeitete für die Textilfakriken in Vaduz und reparierte deren Maschinenanlagen.219 1890 erwarb die Firma «Jenny-Spörry & Cie.» die Werkstätte und verpachtete sie an die Firma «Heer und Knobel», Flums.220 Von 1898 bis 1904 war die Werkstätte an die Firma «Hermann Stäubli & Co.», die dort Textilmaschinen her- stellte, verpachtet.221 1904 wurden die Lokalitäten schliesslich in ein Arbeiterwohnhaus umgebaut.222 Handelsgewerbe Das Handelsgewerbe des Landes war im beginnenden 19. Jahrhun- dert von sehr untergeordneter Bedeutung, das Warenangebot mehr als bescheiden.223 Lebensmittelhandlungen waren in der bäuerlichen Wirt- schaft nicht gefragt, und die wenigen nötigen Gerätschaften des Haus- haltes und Landwirtschaftsbetriebes besorgten sich die Bauern in Feld- kirch oder in der benachbarten Schweiz. Der rückläufige Durchgangs- verkehr und der Abschluss des Zollvertrages mit Österreich im Jahre 1852 hatten erneut ungünstige Auswirkungen auf den inzwischen etwas gehobenen Binnenhandel.224 Erst in der zweiten Jahrhunderthälfte, ins- besondere in den letzten Jahren vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges nahm der Handel einen erfreulichen Aufschwung. Das Warenangebot erweiterte sich und die Umsätze stiegen um ein Vielfaches an.225 Um 218 LRA Gewerbesteuerkataster. 219 LRA 1891/ad Nr. 44: Inspektionsformulare des Gewerbeinspektors Ernst Rziha über Inspektionen im Jahre 1890. — Andreas Seger beschäftigte damals 2 Arbeiter und einen Lehrling. Die Arbeiter erhielten nebst Ver- pflegung einen Wochenlohn von 5 fl. In der grossen, «zur Weiterent- wicklung geeigneten Werkstätte» standen 2 Schleifmaschinen, 2 Dreh- bänke, 2 Bohrmaschinen, 2 Hobelmaschinen, 1 Bandsäge und 1 Zen- triermaschine. Die Maschinen wurden getrieben von einem unterschläch- tigen Wasserrad mit 6 PS Leistung. 220 LRA Gewerbesteuerkataster. LRA SF Spörry Vaduz. 1892/Nr. 1839. - Als 1898 die Firma Hermann Stäuble & Co. in die Werkstätte zog, übersie- delten die bisherigen Pächter in die sog. «Beimühle», die ebenfalls der Firma Jenny-Spörry & Co. gehörte. (LRA SF Spörry Vaduz. 1898/Nr. 691) 221 Vgl. dazu unten S. 278 f. 222 LRA SF Spörry Vaduz 1904/Nr. 1685. 30. Sept. 1904. 223 Vgl. Anhang Nr. 66, S. 211 f. 224 Vgl. unten, S. 327 ff. u. S. 358 ff. 225 1875 erreichte allein der «Grosstrafikant» Felix Real in Vaduz einen Tabakumsatz von 20'563 Pfund oder 8008 fl, also mehr als das Doppelte des Umsatzes sämtlicher Handlungen im Jahre 1808. (LRA 1876/o. Nr. 1. März 1876. «Erträgnisausweis») — Vgl. Anhang Nr. 66, S. 212. 259
        

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