Steinbrüche aus.211 Sie beschäftigten insgesamt 30 — 40 Arbeiter. Wäh- rend des Weltkrieges ging dieser Betrieb stark zurück, und erreichte die alte Bedeutung nicht mehr.212 Das Baugewerbe hatte in Liechtenstein während des 19. Jahrhunderts nur wenige Erwerbsmöglichkeiten. Dementsprechend klein war auch die Zahl der im Lande arbeitenden Maurer, Gipser und Maler.213 Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts besserten sich allmählich die Verdienst- möglichkeiten. Trotz der ungünstigen Verhältnisse im Lande selbst waren mit keinem Gewerbe soviel Liechtensteiner beschäftigt, wie mit dem Maurergewerbe.214 Für Maurer und Zimmerleute bot die Saison- arbeit im Ausland guten Verdienst. Jährlich zogen viele Leute dieser Berufsgattung in die Fremde und kehrten im Herbst mit hart verdien- tem Geld in ihre Heimat zurück.215 Metallgewerbe Die Betriebszahl der metallverarbeitenden Gewerbe blieb während des 19. Jahrhunderts mehr oder weniger konstant.218 Die besten Mög- lichkeiten ergaben sich im Schmiedegewerbe. Einige Schlosser fanden vor allem in den Textilfabriken und bei den Stickern ihre Arbeit, wäh- rend der seit etwa 1910 stark aufkommende Beruf des Monteurs und Installateurs bereits auf sich eröffnende neue Möglichkeiten im Metall- gewerbe hindeutet. In den 60-er Jahren unterhielt in Balzers ein J. A. Lehmann von Sar- gans eine Werkstätte, die Kochherde produzierte.217 Erstmals im Ge- werbesteuerkataster erscheint für die Steuerperiode von 1872/74 eine 211 LRA Gewerbesteuerkataster 1904 — 1918. — 1905 inspizierte Gewerbein- spektor Stipperger die Steinbruchunternehmungen in Balzers. Die Unter- nehmer waren damals Johann Frick von Balzers und Johann Kubli aus Trübbach. (LRA 1905/ad Nr. 1869. 7. Okt. 1905). 212 Vogt, Industrie, S. 46 f. 213 Vgl. Anhang Nr. 66, S. 210. — Die im Vergleich zu anderen Jahren hohe Zahl von Maurern in den 60-er und zu Beginn der 70-er Jahre erklärt sich daraus, dass damals mehrere Industrie- aber auch Kirchenbauten erstellt wurden. 214 So waren beispielsweise im Jahre 1841 von den 83 Mann des liechten- steinischen Bundeskontingentes 49 gelernte Maurer. (HKW S 306. Standes- liste). — Ein ähnliches Bild zeigen auch die übrigen Militärlisten bis 1868. 215 LRA LBS, S. 38. LRA Reisepassverzeichnisse und Wanderbuchregister. 216 Vgl. Anhang Nr. 66, S. 211. 217 Dieser Betrieb ist ein einziges Mal in der «Liechtensteiner Landeszeitung» im Zusammenhang mit der ersten landwirtschaftlichen Ausstellung von 1863 als Aussteller erwähnt. Weitere Quellen konnten nicht gefunden werden («Liechtensteiner Landeszeirung». Nr. 20. 21. Nov. 1863). Seine Produkte sollten schon auf allen grösseren Industrie-Ausstellungen prä- miiert worden sein. 258
        

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