mit der Frage der Eisenerzgewinnung und beauftragte 1813 Bergmann Heinrich Schopfer aus Sargans mit einer Untersuchung. In einem aus- führlichen Bericht200 erklärte Schopf er der Landesherrschaft, dass er wegen der hohen Eisenpreise und der grossen Nachfrage bereit sei, mit dem Bergbau im Valorsch zu beginnen. Der Fürst sollte ihm zur Er- richtung der gesamten Anlagen ein Kapital von 20 — 25000 fl zur Ver- fügung stellen, wogegen Schopfer das von ihm im Jahre 1802 angeblich erworbene Sarganser Eisenwerk als Sicherheit bot.207 Tiroler Bergleute sollten die Liechtensteiner unterweisen, die dann im Valorsch und in Sargans tätig sein sollten. Schopfer schlug eine wechselnde Betriebs- weise vor, wonach während eines Jahres im Valorsch Erz gebrochen und Kohlholz gefällt und in Sargans Erz geschmolzen werden sollte. Im folgenden Jahr wäre dann im Valorsch geschmolzen und in Sargans Holzkohle und Elsenerz bereitgestellt worden. Die Liechtensteiner hät- ten somit an beiden Orten als Holzarbeiter, Köhler und Bergleute und auf liechtensteinischem Gebiet als Fuhrleute Arbeit und Verdienst ge- funden. Der jährliche Holzbedarf des Valorscher Werkes wurde mit 1000 Klaftern berechnet. — Nachdem der Fürst das Valorscher Eisen- erz und die projektierte Betriebsweise hatte untersuchen lassen, sah er von der Errichtung eines Eisenschmelzwerkes im Valorsch ab.208 Die Betriebskosten wären viel zu hoch geworden und die verheerenden Folgen des Holzschlags in den Alpentälern für die späteren Generatio- nen gar nicht abzusehen gewesen.209 Von den Steinbrüchen des Landes, die sonst lediglich dem Lokalbe- darf dienten, hatte der von Balzers während mehrerer Jahrzehnte eine besondere Bedeutung. Der sogenannte «Balzner Marmor« wurde in der zweiten Jahrhunderthälfte weit über die Grenzen des Landes hinaus bekannt und nach Österreich, Deutschland und der Schweiz abgesetzt.210 Zu Beginn des 20. Jahrhunderts beuteten zwei Unternehmer die Balzner 206 HKW 1820/ad Nr. 3586. Vaduz 16. März 1820. 207 Wie aus dem Begleitschreiben Schupplers zum Bericht hervorgeht, hatte Schopfer zwar Kenntnisse im Bergbau, war aber mittellos und nicht Ei- gentümer der Sarganser Werke. (HKW 1820/ad Nr. 3586. 13. Juni 1820. OA an HKW. - Vgl. auch: Das Eisenbergwerk Gonzen AG 1919-1944. Winterthur 1944, S. 28 — 33). — Schopfer machte in seinem Bericht noch weitere Vorschläge zur Finanzierung und zur Art der fürstlichen Beteili- gung. 208 HKW 1820/Nr. 6662. 28. Dez. 1820. HKW an OA. 209 Das Schmelzwerk hätte in der Nähe des Zusammenflusses von Valorsch- und Saminabach errichtet werden sollen. Die Distanz zum ErzSteinbruch hätte mit einem Fuhrwerk IV2 Stunden betragen. Für den Transport ins Tal hätten längere Strecken Fahrwege erbaut werden müssen. (HKW 1820/Nr. 3586. 13. Juni 1820. OA an HKW). 210 Vogt, Industrie, S. 46. 257
        

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