nung von Gips an Private verteilt.197 1 798 baute Johann Rheinberger mit obrigkeitlicher Erlaubnis im Mühleholz eine Gipsmühle. Der Gips wurde auf Masescha gewonnen, von Leuten aus Triesenberg nach Vaduz getragen und von da zur Mühle geführt. Die Gipsmühle produ- zierte jährlich 6 — 800 Fässer Gips, der nach Süddeutschland verkauft wurde und Rheinberger einen jährlichen Bruttogewinn von 4800 — 6400 fl einbrachte. Für viele Triesenberger waren Gipstransport und -verkauf eine wichtige Einnahmequelle.198 Bis etwa Mitte der 60-er Jahre wurden die Gipslager auf Masescha ausgebeutet.199 Nach Auf- hebung des Gipsregals im Jahre 1871200 wurde die Ausbeutung des Gipsbruches während einiger Jahre erneut versucht, musste aber we- gen der hohen Transportkosten wieder aufgegeben werden.201 1902 befasste sich Baumeister Johann Kutter aus Levis, Vorarlberg, mit dem Projekt der Errichtung einer Drahtseil-Hängebahn von Masescha nach Vaduz. Die Bahn wäre für den Gipstransport bestimmt gewesen. Eine Schmalspurbahn hätte den Gips von Vaduz nach Schaan bringen sol- len, wo ein Gipswerk mit Anschluss an die österreichische Bahn erstellt werden sollte. Das Projekt scheiterte aus finanziellen Gründen.202 Während der ersten Jahrhunderthälfte und während der 70-er Jahre hatten sich neben den Ziegeleien einige Private mit der Kalkbrennerei beschäftigt. Dieses Gewerbe erlangte aber nie besondere Bedeutung.203 — Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang auch der Versuch zu Beginn des 19. Jahrhunderts, den im Mittelalter im Valorsch betriebe- nen Eisenerzbergbau wieder aufzunehmen.204 1 8 10 bemühte sich Peter Heinrich Karg, könglich-bayrischer Bergwerker aus Bregenz beim Ober- amt um das Privileg des Eisenerzbergbaus in Liechtenstein, liess dann aber von seinem Vorhaben ab.205 Das Oberamt befasste sich weiterhin 197 LRA Rechnungsbücher. 198 LRA AR Nr. 9, Fasz. 8/3. Mehrere Akten. (1798). - Rheinberger zahlte der Obrigkeit einen Zins von 12 kr pro Fass, später wegen Zollschwie- rigkeiten beim Absatz nach Bayern nur noch 50 fl Jahreszins. (LB Hauer). 199 Schädler, Landtag, JBL 1 (1901), S. 169. 200 «Gesetz über Aufhebung des Gipsregales.» 23. Sept. 1871. (LGBL Jg. 1871, Nr. 2). 201 Schädler, Landtag, JBL 1 (1901), S. 169. 202 LRA 1902/ad Nr. 913. Mehrere Akten. 203 LRA Rechnungsbücher. LRA Gewerbesteuerkataster 1872- 1882. Schaf- hauser, Eschnerberg, S. 155 f. 204 Betr. Eisenbergbau im Mittelalter, vgl.: Joh. Bapt. Büchel, Zwei Urbarien der alten Grafschaft Vaduz. JBL 6 (1906), S. 61. Anton Frommelt, Eisen- funde im Steg. JBL 48 (1948), S. 101 f. Alexander Frick, Alte Meilerplätze im «Kohlholz» (Alpe Sücka). JBL 48 (1948), S. 102 f. 205 HKW L 2 -14, 48. 1. April 1810. Oberamtsprotokoll. HKW L 2 -14, 48. 4. Jan. 1811. OA an HKW. - Vgl. auch: LRA SR B 4. Mehrere Akten (1808-1820). 256
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.