ten.124 Mit Einführung des Steuergesetzes vom 20. Oktober 1865 fiel die Abgabe der Tafernzinse dahin. Sie wurde durch die Gewerbesteuer er- setzt.125 Schon früh versuchte die Obrigkeit, den Betrieb in den Gaststätten zu regeln. Die Polizeiordnung von 1732 legte unter anderem fest, wie- viel ein Wirt seinem Gast während eines Jahres borgen durfte.120 An Einheimische durfte im Sommer bis 21 Uhr, im Winter gar nur bis 20 Uhr Speis und Trank abgegeben werden.127 Strenge Strafbestimmun- gen suchten der Trunkenheit zu wehren.128 1819 wurde im Interesse der Kunden verordnet, im Ausschank nur das Landmass zu verwen- den.129 Das Ausschankgesetz vom 1. November 1836 verbot die Abgabe von ungesunden und verfälschten Getränken und verpflichtete die Wirte, die Ausschankpreise auf gedruckten Formularen kundzutun. Preisänderungen mussten dem Oberamt angezeigt werden.130 Die Poli- zeiordnung von 1843 enthielt gegenüber der alten Polizeiordnung von 1732 bedeutend mehr Bestimmungen für das Gastgewerbe.131 Tanz- unterhaltungen waren bewilligungspflichtig und zeitlich beschränkt.132 Die Öffnungszeiten für Gastbetriebe wurden neu festgelegt. Von Martini bis Georgi durften Schenken bis 22 Uhr, Gasthäuser bis 23 Uhr und von Georgi bis Martini Schenken bis 23 Uhr und Gasthäuser bis 24 Uhr ge- öffnet sein.133 Weitere Vorschriften galten der Fremdenbeherbergung. Ohne gültige Ausweispapiere durfte niemandem Unterkunft gegeben werden.134 Die Qualität der Getränke und der Ausschankgeräte, sowie deren Mass waren genau vorgeschrieben.135 Die Tätigkeitsbereiche von Schenken und Gasthäusern wurden streng voneinander geschieden.130 124 a. a. O. — In die 1. Klasse mit Tafernzinsen von 50, 40 und 35 fl konnte 1809 kein Gastbetrieb eingeteilt werden. In die 2. Klasse mit Zinsen von 30, 24 und 20 fl fielen 9 Betriebe. Die restlichen 13 Betriebe befanden sich in der 3. Klasse mit Zinsen von 16, 12, 8, 6 und 3 fl. (LRA SR W 3, Nr. 240 pol. 11. April 1809. «Ubersicht der Schankbefugnisse für 1809»). - Die Tafernzinse betrugen bis zu ihrer Aufhebung jährlich 300 bis 500 Gulden. (LRA Rechnungsbücher). 125 «Provisorisches Steuergesetz». 20. Okt. 1865. - LGBL Jg. 1866, Nr. 1. 126 «Policey und Landts-Ordnung Dess Reichs-Fürstenthums-Liechtenstein.» 2. Sept. 1732, § 7. (LRA NS 1732). 127 a.a.O., §8. 128 a. a. O., § 9. 129 Verordnung vom 7. August 1819. - HKW S 304. 1819/Nr. 4445. - Vgl. Quaderer, S. 54 f. u. S. 57. 130 Ausschankgesetz vom 1. Nov. 1836, § 1, 2 u. 9 - 12. 131 Polizeiordnung vom 14. Sept. 1843. (LRA NS 1843). 132 a.a.O., §§ 3-5. 133 a.a.O., §6. 134 a. a. O., §§ 1 u. 2. 135 a. a. O., §§ 63 u. 69. 136 a. a. O., § 70. — Man unterschied zwischen den Berechtigungen zum Aus- schank, zur Abgabe von Speisen und zur Fremdenbeherbergung. 244
        

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