Immer wieder war es zu Streitigkeiten zwischen dem Oberamt und den alpbesitzenden Gemeinden gekommen, die das ihnen zustehende Holzschlagrecht zu wahren und auszudehnen suchten.17 Das Holz- schlagrecht der Landesherrschaft, das sich gemäss alten Urbarien auch auf Waldgebiete der Rheintalseite und das gesamte Alpgebiet erstreckt hatte, war im beginnenden 19. Jahrhundert bereits stark eingeschränkt.18 —• Überall dort, wo das herrschaftliche Schlagrecht seit Generationen nicht mehr ausgeübt worden war, wurde es von den Gemeinden bestrit- ten und nicht akzeptiert. In einzelnen Alpen hatte die Herrschaft ihr «Beholzungsrecht» schon früher vertraglich abgetreten. In den Jahren vor der Ablösung des herrschaftlichen Holzschlagrechtes wurde es nur noch in den Alpen Vorder-, Mittel- und Hintervalorsch, Zigerberg, Guschgfiel und Garsella ausgeübt.19 Nachdem von Gemeinden und Genossenschaften das landesherrliche «Beholzungsrecht» bei der Hof- kanzlei in Wien angefochten worden war, wurde das Oberamt am 24. Februar 1839 angewiesen, sämtliche Rechtsunterlagen aufzutreiben, um die umstrittene Sache aufzuklären.20 Weder den Alpgenossen noch dem Oberamt war es aber möglich, die verworrene Rechtslage zu klären. Alte Abkommen und Abmachungen der Herrschaft mit den Genossen- schaften und verschiedene gewachsene Gewohnheitsrechte kennzeich- neten die unklare Rechtslage. Nach einem Vergleich der Rechte der Alp- gemeinden und der Herrschaft neigte das Oberamt eher zu einer Lö- sung, die den Untertanen weitgehend entgegen kam.21 Mit Einverständnis des Fürsten führte es vom 26. bis 31. August 1842 mit den Gemeinde- vertretern von Balzers, Triesenberg, Vaduz, Schaan und Planken Ver- handlungen «wegen Teilung oder Überlassung des obrigkeitlichen Hol- zungs- oder Schlagrechts hinter dem Kulmen».22 Am 16. November er- hielten die genannten Gemeinden die Mitteilung des Oberamtes, dass der Fürst die Ablösung des herrschaftlichen Holzschlagrechts «um den 20-fachen Zins» genehmigt habe.23 Anfangs 1844 waren sämtliche Ab- Frastanz über Holzschlag im Samina- und Valorschtal. 1727 bis 1840 wurden im Saminatal 10'642, im Valorschtal 7325 Klafter Holz geschlagen. Der Gesamterlös betrug 10'368 fl lxh. kr. (LRA SR D 1, 2 und div. o. Nr. 19. Juli 1841. «Ausweis über die Klafterholznutzung auf den untertänigen Alpen hinter dem Kulm und eingegangenen Geldbeträgen.» 17 LRA SR D 1, 2 u. div. mehrere Akten. 18 LRA SR D 1, 2 u. div., Nr. 44. 26. Oktober 1841. OA an Fürst. «Bericht über die Verhältnisse in den Wäldern der Hochalpen.» 19 a. a. O. 20 HKW 1839/Nr. 2316. 24. Februar 1839. HKW an OA. 21 LRA SR D 1, 2 u. div., Nr. 44. 26. Oktober 1841. OA an Fürst. «Bericht über die Verhältnisse in den Wäldern der Hochalben.» 22 LRA NR 73/43. Oberamtsprtotokoll. 31. August 1842. 23 LRA NR 73/43. 16. Nov. 1842. OA an Gemeinden Balzers, Triesenberg, Vaduz, Schaan und Planken. 218
        

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