Alpviehs seit 1867 soll eine Tabelle Aufschluss geben.238 Auffallend ist der allmähliche Rückgang des Schaftriebs in den Alpen und die gleichzeitig zunehmende Schweinehaltung.239 Abschliessend kann fest- gestellt werden, dass die liechtensteinische Alpwirtschaft wie die Vieh- zucht überhaupt im Verlaufe der zweiten Jahrhunderthälfte dauernd verbessert wurde, so dass sie vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges einen Vergleich mit den Verhältnissen in den Nachbarländern nicht zu scheuen brauchte. d) Absatz landwirtschaftlicher Erzeugnisse Vor der um 1860 einsetzenden Industrialisierung war Liechtenstein zur Beschaffung von Geldmitteln fast ausschliesslich auf den Export landwirtschaftlicher Produkte angewiesen. Die wichtigsten Ausfuhr- artikel waren Vieh und Wein. 1815 exportierte Liechtenstein in die benachbarten schweizerischen Kantone Graubünden und St. Gallen, sowie nach Vorarlberg etwa 200 Pferde, 700 Stück Rindvieh, 350 Schafe und Ziegen und 100 Schweine.240 Der liechtensteinische Wein fand in Graubünden nur geringen Absatz, da dieser Kanton selbst Weinexport- gebiet war. Den meisten Wein setzte Liechtenstein im Kanton St. Gallen, etwas weniger in Vorarlberg ab. Ungefähr die Hälfte der liechtensteini- schen Weinproduktion wurde in normalen Erntejahren im Ausland abgesetzt. Neben Vieh und Wein wurden in der ersten Jahrhundert- hälfte aus den Alpenwäldern jährlich ca. 400 Klafter Holz nach Fra- stanz geflösst. In guten Erntejahren konnte Liechtenstein zusätzlich noch ein ansehnliches Quantum an Mais und Erdäpfeln und etwas Flachs und Streue ins Ausland verkaufen.241 Noch 1815 wurden keine Gewerbeprodukte abgesetzt. An der Zusammensetzung des Exports landwirtschaftlicher Produkte änderte sich im Verlaufe des 19. Jahr- hunderts wenig. 1871 wurden als Ausfuhrartikel genannt: Vieh, Wein, Butter, Schmalz, Obst und Kartoffeln.242 Als neue Exportprodukte tauchten nun Milcherzeugnisse und Obst auf, was auf die Fortschritte in der Milchwirtschaft und im Obstbau zurückzuführen war. Haupt- exportgut war auch in der zweiten Jahrhunderthälfte das Vieh, von dem jährlich zwischen 700 und 1000 Stück ausgeführt wurden.243 Auf diese Weise kamen beträchtliche Geldsummen ins Land, die die gesam- ten Staatseinnahmen oft überstiegen.244 238 Anhang Nr. 61, S. 170 - 174. 239 Die Schweine wurden mit den Rückständen aus der Käserei gefüttert. 240 LRA SF Alte Volks- und Viehzählungen. — «Notizen über jene Erzeug- nisse, mit welchen Liechtenstein Absatz ins Ausland hat.» (1815). 241 a. a. O. 242 LRA 1871/Nr. 1211. Statistische Tabelle, 27. Dez. 1871. 243 Vgl. Anhang Nr. 62, S. 175 f. 244 a. a. O. 202
        

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