Die Alpen waren ursprünglich Besitz der Landesherren und, wenn sie nicht durch die Herrschaft selbst genutzt wurden, als Erblehen an einzelne Untertanen oder an eine Genossengemeinde verliehen.200 Im Spätmittelalter kamen die Alpen nacheinander durch Kauf in den Be- sitz der Oberländer Gemeinden.201 Lediglich die Alp Sücka stand bis 1887 in landesherrlichem Besitz. Sie wurde am 3. März 1887 um 36'500 fl von der Gemeinde Triesenberg gekauft.202 Wie heute, waren auch im 19. Jahrhundert die Alpen teils Gemeindealpen, auf denen alle Bürger gleiches Alprecht hatten, teils Genossenschaftsalpen im Eigentum alteingesessener Bürger.203 Ein Zeichen dafür, dass die Alpen ursprüglich landesherrliches Eigen- tum waren, stellte das sog. «Alprecht» oder «Vogelmolken» dar.204 Die Landesherrschaft, die im Alpgebiet das Jagd- und Holzschlagrecht bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts inne hatte, bezog jährlich von den Alpen mit Sennereibetrieb ein festgelegtes Quantum an Butter und Käse.203 Das Rechtsverhältnis, aus dem diese Abgabe entsprungen war, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Es kann sich dabei um eine An- erkennungsgabe an den Landesherrn zur Bestätigung seines Jagdrech- tes bzw. auch seiner Jagdpflicht, oder einfach um einen Ablösungszins für das Alprecht der Landesherrschaft, das sich diese anlässlich des 200 Klenze, S. 1-11. 201 Klenze, S. 12 — 49. — Klenze schildert hier gemeindeweise den Erwerbungs- gang der einzelnen Alpen anhand des gesamten vorhandenen Urkunden- materials. 202 «Liechtensteiner Volksblatt», Nr. 10, 11. März 1887. - Die herrschaftliche Alpe Sücka war im 18. Jahrhundert zunächst an die Triesenberger um 165 fl (Klenze, S. 42), seit 1783 bis ins beginnende 19. Jahrhundert um denselben Betrag an die Untertanen der Herrschaft Schellenberg (HKW L 2 — 10, 12), und dann abwechslungsweise an die Gemeinden Triesen und Triesenberg verpachtet gewesen. (HKW 1835/Nr. 3076. 17. April 1835. OA an HKW. - LRA LBS, S. 177. - LRA Rechnungsbücher). Als der be- absichtigte Verkauf der Alpe bekannt wurde, setzte sich der Landwirt- schaftliche Verein vergeblich für einen Erwerb derselben durch das Land ein. Die Alpe hätte speziell der Viehzucht dienen sollen. (HKW H 1665. 23. Febr. 1887. Landwirtschaftlicher Verein an HKW; Jahresbericht des Landwirtschaftlichen Vereins für 1886/87, S. 12-14). 203 Erwerb und Ausübung des Alprechtes waren in den einzelnen Gemein- den verschieden geregelt und beruhten auf alten Alpbriefen. — § 26 des Gemeindegesetzes vom 1. August 1842 (LRA NS 1842) siehe Anhang Nr. 41, S. 117. Klenze, S. 12-49. 204 Das Vogelmolken wird erstmals 1378 als Recht der Landesherrschaft er- wähnt. (LUB 1/4/4, S. 313, JBL 1966). 305 7 Alpen der beiden Vorarlberger Gemeinden Frastanz und Nenzing hatten jährlich 220 Pfund Butter und 440 Pfund Käse zu entrichten. (LRA AR Nr. 9, Fasz. 8/9. 4. Sept. 1794. Aufstellung von Rentmeister Fritz). Die liechtensteinischen Kuhalpen leisteten eine Abgabe von insgesamt 599 Pfund Butter und 1111 Pfund Käse. (HKW 1863/Nr. 6357. 25. Mai 1848. Bericht des Regierungsamtes über die «Feudallasten».) 197
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.