in Liechtenstein auf eine strenge gesundheitspolizeiliche Überwachung der Tiere beschränkte. Diese Massnahmen bewirkten eine allmähliche Abnahme der Schweineeinfuhr aus Innerösterreich, die schliesslich ganz aufhörte. In dieser Zeit sah der Landwirtschaftliche Verein die Gelegenheit, die einheimische Schweinezucht wieder entscheidend zu fördern. Angeregt durch die günstigen Resultate, die in Vorarlberg die Kreuzung des Landschweins mit englischen Yorkshire-Ebern erzielte, begann der landwirtschaftliche Verein 1898 mit eigenen Kreuzungs- versuchen.106 Aufgrund der Erfolge mit den ersten beiden Yorkshire- Ebern wurden 1900 mit Mitteln des Landes mehrere Zuchteberstationen eingerichtet und unter die Kontrolle des Landestierarztes gestellt.170 Die Schweinehaltung wurde gegenüber früher wesentlich vergrössert und verbessert.171 Infolge der Kreuzungen mit englischen Rassen war 1910 der herkömmliche Typus des Landschweines fast völlig verdrängt. Die Eigenschaften der importierten englischen Schweine hatten sich durch- gesetzt. Seit 1909 wurden auch Kreuzungsversuche mit deutschen Edel- schweinen vorgenommen.172 Schweinezucht und Schweinehaltung hat- ten für den liechtensteinischen Landwirt einige Bedeutung erlangt.173 Schafhaltung Die Schafhaltung war in Liechtenstein nie von besonderer Bedeu- tung.174 Schuppler schreibt 1815 ganz knapp: «Schafe werden nicht viel gehalten und sind vom gemeinsten Schlage.» —• Das Schaf als Leittier einer extensiven Bodennutzung wich im Verlaufe des 19. Jahr- hunderts dem Schwein als Leittier einer intensiven Nutzung. Die Schaf- haltung beschränkte sich fast ausschliesslich auf die Gemeinden des Oberlandes, die mit ihren Alpweiden dafür viel bessere Voraussetzun- gen hatten als die Gemeinden des Unterlandes. Ziegenhaltung Die Ziege war das Milchtier des kleinen Grundbesitzers. Die Ziegen- haltung bot auch dem Industriearbeiter willkommenen Nebenverdienst. 169 MLV, Jg. 21 (1911), S. 34. - Schon an der landwirtschaftlichen Ausstellung von 1863 waren zwei Schweine englischer Rasse ausgestellt. Man erwog schon damals die Einfuhr englischer Schweine, riet aber von der Kreuzung des einheimischen Landschlages mit fremden Rassen ab. — «Liechten- steiner Landeszeitung», Nr. 19, 7. Nov. 1863. 170 MLV, Jg. 21 (1911), S. 35. 171 Vgl. dazu: Anhang Nr. 57, S. 164. 172 MVL, Jg. 21 (1911), S. 35. 173 1900 warfen in Liechtenstein 246 zur Zucht verwendete Mutterschweine insgesamt 1784 Ferkel. Bei einem damals errechneten jährlichen Bedarf von 3000 jungen Schweinen mussten somit immer noch ca. 1200 Schweine aus dem Ausland eingeführt werden. — MLV, Nr. 4, April 1901, S. 28 f. 174 Vgl. Anhang Nr. 58, S. 164 f. 190
        

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