Weide- und Streuelandes zunächst in den Nutzen, dann ins Eigentum der Gemeindsleute ausgeteilt worden. Im ausgehenden 18. Jahrhundert lagen aber immer noch ausgedehnte Gemeinheiten um die liechten- steinischen Dörfer. Infolge der starken Bevölkerungszunahme und der damit erforderlichen Erweiterung der Erwerbsbasis und Strukturverbes- serung in der Landwirtschaft drängten die Obrigkeit und ein Teil der Bevölkerung auf die völlige Aufteilung dieser Gemeinheiten. Die Mehr- heit der Gemeindsleute, die alte Gemeindsteilungen nutzte oder ihr eigen nannte, wehrte sich vehement gegen eine Verringerung oder Auf- lassung des zum gemeinsamen Nutzen noch verbliebenen Weidelandes. Im Verlauf des 19. Jahrhunderts, besonders in der ersten Jahrhundert- hälfte, wurde dennoch der grösste Teil der Gemeinheiten teils eigen- tümlich, teils nur zum Nutzen aufgeteilt. Die Produktionsgrundlage des einzelnen Landwirtschaftsbetriebes wurde dadurch erheblich vergrös- sert.131 Die gemeinsame Bewirtschaftung von Gemeinbesitz verlor im- mer mehr an Bedeutung. Der an die Bürger zur Nutzung ausgegebene Gemeinbesitz stellte hingegen immer noch einen wesentlichen Anteil am agrarischen Nutzland.132 131 Das kann am Beispiel der Gemeinde Schaan aufgezeigt werden, wo den einzelnen Haushaltungen der Bürger durch Aufteilung 1832 ca. 300 KL. 1839 je nach Bodenqualität 700 - 1000 Kl. und 1844 800 Kl. Boden zur Nutzung zukamen. Im selben Jahr wurden auch 870 sog. «Kopfteile» zu 400 Kl. ins Privateigentum der Bürger übergeführt. - Es wurden somit 1832 bis 1844 in Schaan rund 600'000 Kl. Boden aufgeteilt. Die Gemeinde- kassa bezog von den ausgeteilten einzelnen Teilungen einen kleinen «Zins» von jährlich 3 — 4 fl. 132 1890 ergibt sich aus einer Zusammenstellung über den Gemeindeboden in Liechtenstein folgendes Bild: (LRA 1890/ad Nr. 376, o. D.) Gemeinden total davon davon Restfläche Gemeinde- Wald Alpen boden in Klaftern (in Liechten- stein liegend) Vaduz 
2'566'352 1'021'969 
1,309'842 70'000 Kl. Äcker u. Wiesen, 30'000 Kl. Weideland (den Bür- gern zur Nutzung überlassen), schliesslich noch 130'000 Kl. Rheinauen. Triesen 5'445'825 
1'204'360 3'684'713 556752 Kl. (grösstenteils den Bürgern als sog. «fällige Teile» zur Nutzung überlassen). Balzers 4'117'311 1'201'103 2'722'804 
Vom ausgewiesenen Wald- besitz liegt ca. die Hälfte (600'000 Kl.) auf schweize- rischem Boden, so dass der gesamte Gemeindeboden bei- nahe 5 Mio Kl. umfasst. Von 124
        

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