langte man am 28. April am Vorgebirge bei Oberstaufen an. Dort er- wartete General Holmston mit seinem Stabe die Truppe und teilte in einem abgehaltenen Kriegsrat seinen Offizieren das von ihm von An- fang an geplante Ziel ihres Marsches mit. Es war das Fürstentum Liech- tenstein.1 Jedoch tat höchste Eile not, wollte man die neutrale Grenze noch erreichen. Denn dicht hinter der russischen Truppe war das VI. US-Korps am 27. bis Kempten durchgestossen, und Kräfte der franzö- sischen 1. Armee erreichten am 29. bereits den Raum dicht vor Bregenz,2 und schickten sich an, 20 km westlich von Oberstaufen die Grenze von Vorarlberg zu überschreiten. Die entscheidende Frage war, ob es noch gelingen würde, vor den Franzosen das Rheintal mit der einzigen Strasse nach Liechtenstein zu erreichen. Als am Abend des 29. marokkanische Soldaten auch in Oberstaufen auftauchten und es zu einer ersten Gefechtsberührung kam, brach die ausserhalb des Ortes kampierende russische Truppe noch in der Nacht bei strömendem' Regen eiligst auf. Sie erreichte südlich Bregenz das Rheintal und strebte nun, sich dicht am Gebirgsrand haltend, das Tal aufwärts. Nach einem anstrengenden Marsch von 60 km erreichte sie am 30. Altenstadt bei Feldkirch. Dort trat General Holmston in Ver- bindung mit der zurückgehenden deutschen 24. Armee, deren Befehls- gewalt er jedoch laut Verfügung des OKH nicht unterstand. Er empfing von ihr lediglich Proviant für seine Truppe und Treibstoff für die Fahr- zeuge. In einem Hotel in Feldkirch traf er unerwartet den russischen Thronprätendenten, Grossfürst Wladimir und den Erzherzog Albrecht, die sich dann beim Grenzübertritt ihm anschlössen. In Feldkirch fand auch ein weiterer Kriegsrat statt, auf Grund dessen die Truppe am 1. Mai in Nofels an der liechtensteinischen Grenze Quartiere bezog. Damit stand man an der Schwelle zum ersehnten Ziel. ' DER GRENZÜBERTRLTT Wie wir oben sahen, befanden sich die Einwohner Feldkirchs in grosser Erregung, weil es verlautete, der deutsche Truppenführer habe die Absicht, die Stadt zu verteidigen. Um dieses zu verhindern, gab die 1 Mündliche Mitteilung General Holmstons an'den Verfasser. 2 Rauchensteiner, S. 251 - 252. 64
        

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