DER MARSCH UM ZU ÜBERLEBEN Am 18. April berief Holmston einen Kriegsrat, in dem er folgenden Entschluss bekannt gab: «Die Kapitulation Deutschlands ist unver- meidlich. Wir können ihren Ausgang nicht tatenlos abwarten, sondern müssen die Zeit nutzen. Daher befehle ich der Trappe, sich in der Richtung zur neutralen Schweiz in Marsch zu setzen. Das nächste Marschziel ist Memmingen als Versammlungsraum.» Dieser Entschluss erfolgte im Einvernehmen mit dem OKH, das die Notwendigkeit der Rettung der exponierten Truppe einsah. Die Führung der marschieren- den Kader erhielt Oberst Tarassow-Soboleff und der Stabschef Oberst i. G. Riasniansky. General Holmston fuhr im Kraftwagen der Truppe voraus. Beim Abmarsch waren die amerikanischen Panzerspitzen nur noch 20 km von Eschenbach, wo die Truppe stand, entfernt. Die Deto- nationen an der Front waren bereits deutlich vernehmbar. Holmston musste bestrebt sein, weder vor den Amerikanern noch vor den Franzosen zu kapitulieren, denn die Gefahr, an die Rote Armee ausgeliefert zu werden, war gross. Welches Schicksal gerade seinen Einheiten und ihm selber drohte, falls er in die Hände der Sowjets geriet, wusste er als erfahrener Abwehroffizier nur zu gut. Die Truppe musste daher versuchen, vor der anrückenden 7. amerikanischen Ar- mee, und bevor die 1. französische Armee den Weg zur Schweizer Grenze verlegen konnte, das Ziel zu erreichen. Der Versammlungs- raum bei Memmingen wurde, da der grösste Teil der Eisenbahnstrecken durch Luftangriffe lahmgelegt war, in anstrengenden Märschen er- reicht. Nur ein Teil der Truppe konnte im Eisenbahntransport bis Moos- burg befördert werden. Im Dorfe Engetried bei Memmingen wartete die Truppe mehrere Tage bis zum 26. 4. vergebens auf das Eintreffen des russischen Schutzkorps von der Balkanfront. Es hat infolge des Zu- sammenbruchs den Marsch nicht mehr unternehmen können. Im Räume von Kempten begegnete man der 3. Wlassowschen Division, die aus der Richtung von Wangen anmarschiert kam. Ihr Kommandeur verweigerte den Anschluss an die Truppe Holmstons und folgte dem Befehl seines Oberbefehlshabers, General Wlassow, in Richtung zur tschechischen Grenze zu marschieren. So hatten Holmstons Kader kost- bare Zeit verloren und mussten nun bestrebt sein, so schnell als mög- lich die Alpen zu erreichen." In der Nähe der Stadt Kempten ereilte sie ein Fliegerangriff, der sie 2 Tote und 14 Verwundete kostete. Endlich 63
        

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