reich und Polen nichts an. Das letztere müsse eine rein deutsche Sache bleiben. An diesem politischen «Credo» hielt er bis zum Ende des Krieges kompromisslos fest. Als Sonderführer-K (im Range eines Hauptmanns) hatte er sich in der Abwehrabteilung der deutschen Wehrmacht zur Verfügung gestellt und' wurde dann nach Ausbruch des Krieges mit der Sowjetunion im Range eines Majors i. G. in das deutsche Heer übernommen. Bereits im Juli 1941 stellte er im Nordabschnitt der Ostfront ein russisches Lehr- bataillon (Schule) für die Feind-Abwehr und Partisanenbekämpfung auf und nahm, wie es bei dieser Truppenart üblich war, einen Tarn- namen «von Regenau» an. Aus dem ersten Bataillon entwickelten sich alsbald zwölf weitere. Er war der erste russische Offizier, der die Ge- nehmigung erhielt, an der Ostfront russische Einheiten aufzustellen. Von Anfang an war es sein Gedanke, aus diesen Einheiten den Kern für eine russische Streitmacht zu schaffen. Sehr bald setzten sich die Freiwilligen dieser Truppe zu 85 Prozent aus Kriegsgefangenen und Überläufern zusammen. Bereits im Februar 1942 wurde von Regenau zum Obstlt. ernannt, und zu Beginn des Jahres 1943 genehmigte das OKH die Formierung einer nationalen russischen Division unter der Bezeichnung «Sonderdivision R» (R = Russland) unter dem Kommando von Regenaus, der zum Obersten befördert wurde. Während des Ein- satzes der Division gelang es diesem, Verbindung zur antisowje- tischen Partisanenbewegung im Rücken der Roten Armee herzustellen, die man auf etwa 20000 Mann schätzte. Dadurch ergaben sich weit- tragende Möglichkeiten für den Kampf im Innern der Sowjetunion.1 Aber der Sicherheitsdienst der SS, der SD, misstraute von Regenau aus politischen Gründen und behinderte seine Arbeit. Ja, er veranlasste durch verschiedene Verdächtigungen und Anschuldigungen, dass dieser im Dezember 1943 verhaftet und seine Division aufgelöst wurde. Von Regenau erhielt vier Monate Hausarrest, und vom OKW wurde gegen ihn ein Untersuchungsverfahren durchgeführt. Das Ergebnis nach sechs Monaten war, dass er nicht nur rehabilitiert, sondern für seine Ver- ' dienste mit dem Deutschen Adlerorden mit Schwertern ausgezeichnet wurde.2 Trotz des Widerspruches der SS erteilte das OKH von Regenau 1 Chuhnov, S. 38. 2 Orden zur Ehrung ausländischer Staatsangehöriger. 60
        

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