der- ROA ein Erfolg beschieden gewesen. Sie konnte allein durch ihr Erscheinen in Russland, nur durch Propaganda, ohne Kampf das ganze komplizierte System des sowjetischen Staatsapparates bis in seine Grundfesten hinein erschüttern.»1 Die Tragik der russischen Freiwilligen zeigte sich sehr bald darin, dass sie im Deutschland des Dritten Reiches alles andere als ein allgemei- nes Verständnis, geschweige denn eine einheitliche Unterstützung für ihre nationalen Ziele fanden. Ganz im Gegenteil hatten sich in Deutsch- land nach Beginn des Russlandkrieges, ganz allgemein zusammengefasst zwei Gruppen gebildet, die sich in der Frage der Ostpolitik und im Zu- sammenhang damit mit der Kriegsführung konträr gegenüberstanden. Die eine Gruppe bildete Hitler mit den höheren Funktionären seiner Par- tei, unter denen Rosenberg und besonders Himmler zu nennen wären. Ihr Ziel war die Niederwerfung und Kolonialisierung Russlands, wobei die Russen zu einem Volk niederer Rasse erklärt wurden. Der stärkste reale Machtfaktor, auf den sich Hiltler dabei stützen konnte, war Himmler mit seiner SS. Diese Organisation wurde laufend, während die Macht Deutschlands zerbröckelte, nach vielen Richtungen ausgebaut und wuchs zu einem Staat im Staate an.2 Die andere Gruppe setzte sich zusammen aus der Mehrzahl der höheren Offiziere des Oberkomman- dos des Heeres, einem grossen Teil der Armee- und Heeresgruppen- Befehlshaber im Osten, sowie einer Reihe politischer Persönlichkeiten, die Russland gut kannten. Diese Menschen hatten erkannt, dass der Krieg in Russland mit militärischen Mitteln allein geführt nur mit einer Niederlage enden könne. Sie sahen die einzige Chance, den Krieg im Osten zu beenden,, in der Anerkennung der Unversehrtheit des russi- schen Staatsgebietes und in der beschleunigten Aufstellung und Unter- stützung einer möglichst starken nationalen russischen Befreiungs- armee. Diese damals für ein freies Russland politisch und militärisch eintretenden Deutschen und Russen hat der russische Politiker Kasanzew in seinem 1952 erschienenen Buch als die «Dritte Kraft» in der Ent- scheidung im Osten genannt.3 Holmston, S. 38. So wurde z.B. die Waffen-SS von 100000 Mann im Jahre 1940 bis Ende 1944 auf rund 900 000 vermehrt. Kasanzew, Alexander, «Tretja Sila» (Die Dritte Kraft), Frankfurt 1925. 
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