kleinere Gruppen der SS, Standschützen und Ordnungstruppen, ohne dass dadurch die Gefechtsstärke eine nennenswerte Erhöhung erfuhr. Befehlshaber des AOK 24 war der 67-jährige General Hans Schmidt. Diese Truppe war nach kurzer Gegenwehr nördlich Dornbirn auf den Götzis-Riegel ausgewichen. Nach geringem artilleristischem Widerstand gab man auch diese Verteidigungslinie auf, und die 405. Division setzte befehlsgemäss ihren Rückzug in Richtung auf den Arlberg fort. Der nächste Widerstand sollte erst in der Talenge von Nüziders geleistet werden.1 Bei den vorrückenden französischen Truppen handelte es sich um die 5. Pz. Div. des I. Korps unter General Bethouart der 1. französischen Armee. Unterdessen hatte sich in Feldkirch auf Grund vorhergegangener, anderslautender Befehle die Kunde verbreitet, General Schmidt habe die Absicht, die Stadt zu verteidigen. Diese Nachricht rief unter der Bevölkerung eine heftige Erregung hervor. Die dortige Widerstands- bewegung plante, mit Gewalt einzugreifen. Mitten in diese militärisch und politisch höchst gespannte Lage war nun am 30. April die russische Truppenabteilung hineinmarschiert, um tags darauf nordwestlich der Stadt in Nofels Quartier zu beziehen.2 VORKEHRUNGEN AN DER GRENZE Vom neutralen Liechtenstein aus verfolgte man aufmerksam die Entwicklung der Lage in Europa. Die alliierten Streitkräfte waren im April bereits tief nach Deutschland vorgedrungen, und in der letzten Woche des Monats begann sich das Kriegsgeschehen schnell den Gren- zen Vorarlbergs zu nähern. Dort machte sich sowohl bei der Zivilbe- völkerung als auch bei der Truppe eine wachsende Nervosität bemerk- bar. Man konnte bereits beobachten, wie jenseits der Grenze beim Ein- gang zum Walgau bei Tisis ein Panzergraben und an anderen Stellen 1 Rauchensteiner, Manfried, «Krieg in Österreich 1945», in den Schriften des Heeresgeschichtl. Museums in Wien, Bd. 5, Wien 1970 S. 246 ff., S. 272 ff. 2 Tippeiskirch, Kurt von, «Geschichte des Zweiten Weltkrieges», Bonn 1954, S. 563-64; Rossiwall, Theo, «Die letzten Tage», Wien 1969, S. 258-276; Schelling, Georg, «Festung Vorarlberg», Bregenz 1947, S. 128 — 129. 47
        

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