prätendent, Grossfürst Wladimir Kyrillowitsch mit Begleitung, der österreichische Erzherzog Albrecht und der Vorsitzende des russischen Komitees in Warschau, Woizehowsky, ferner eine kleine Gruppe von Flüchtlingen mit Frauen und Kindern sowie einzelne ungarische Offi- ziere und einige junge Inder.1 Ihrer Einreise wurde nicht zugestimmt, und so mussten sie über den Grenzübergang Schaanwald wieder zu- rückgehen. Fürst Franz Josef II. nebst den Vertretern der Regierung, die am Abend in Ruggell beraten hatten, erschienen in Schellenberg. Auch zahlreiche Bewohner der näheren Umgebung fanden sich ein, die frem- den Eindringlinge in Augenschein zu nehmen. Diese bezeichneten ihre Truppe als «Erste Russische National-Armee», und ihr Befehlshaber stellte sich als Generalmajor Holmston vor.2 Es handelte sich um die Kader zweier Regimenter, eine Trossabteilung und einen Armeestab. Unter dem Befehl des russischen Generals führten seine Offiziere die Entwaffnung der einzelnen Einheiten durch. Dieses geschah im Scheine einer Strassenlaterne und dauerte bis zum Morgengrauen des 3. Mai. Auf einem Haufen türmten sich: Gewehre, Karabiner, Maschi- nengewehre, Pistolen und Maschinenpistolen, Kosakensäbel, Handgra- naten und Munition verschiedenster Kaliber. Zum Schluss legte man dort auch die seidene weiss-blau-rote Fahne der Armee nieder.3 Die Waffen und das gesamte Kriegsgerät wurden vom schweizerischen Zollamt registriert. Dann fuhr man die Waffen nach Vaduz. Die Kraft- wagen wurden sichergestellt, und die Pferde in ein Quarantänelager gebracht.4 Die Offiziere, Mannschaften und ihre Angehörigen aber er- 1 Holmston-Smyslowsky, «Ausgewählte Aufsätze und Reden» (russ.), Buenos Aires 1953, S. 35. 2 Der Rang Generalmajor Holmstons sowie der Name «Erste Russische Armee» sind durch Dokumente des Generalstabes des Heeres vom 28. 4. 1945 belegt. 3 LRA, Nr. 230/43, Polizeiakten. Die Russen brachten am 2. Mai 1945 mit: 10 Kraftfahrzeuge, 1 Motorrad, 17 Fahrräder, 6 Pferde und eine Anzahl Pferdefuhrwerke und Handwagen. An Waffen: 235 Langgewehre, 14 Kara- biner, 9 Maschinenpistolen, 42 Maschinengewehre, 75 Pistolen und Revolver, 1 Kosakensäbel, 8 Gasmasken, 6 Stahlhelme, 23 Handgranaten, 1 Fahne und Munition verschiedener Kaliber (Angaben v. Rechtsagent Oswald Büh- ler v. 18. 3. 1946 und Liste des Schweizer Hauptzollamtes Bahnhof Buchs v. 28. 8. 1945). 4 Liechtensteiner Volksblatt, 18. 4. 1970. 45
        

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