Larven anderer Arten). Ihr zeitlicher Vorsprung ist den Grasfrosch- larven nützlich, um sich den Vorrang in den Gewässern sichern zu können. Sie verzehren nämlich den Laich anderer, später laichender Arten. Dies dürfte die Ursache dafür sein, dass z. B. die Unken andere Gewässertypen bevorzugen. Die Kaulquappen beleben oft in Scharen die Weiherränder und bilden ihrerseits die Hauptnahrung der Raub- insekten und deren Larven sowie der Molche. Im Juni wandeln sich im Talraume die eineinhalb Zentimeter gros- sen Kaulquappen in Jungfrösche um und verlassen ihr Gewässer oft in solchen Mengen, dass der Volksmund von einem «Froschregen» spricht. Bis zum Eintritt der Geschlechtsreife (3 Jahre) leben sie wie ihre Eltern. Dies in einzelgängerischem Nachtleben in Wiesen, Wäldern und Gär- ten, wo sie den Insekten — besonders den Heuschrecken, aber auch den Nacktschnecken und Regenwürmern — nachjagen. Der Grasfrosch dürfte im Herbst der letzte sich vergrabende Lurch sein. So konnte ich am 15. November 1971 noch einen Grasfrosch in einem Graben beim Gampriner Seelein beobachten. Der eher stumpfköpfige Grasfrosch lebt vom Talraum bis hoch zur al- pinen Schneegrenze. Er besitzt eine hervorragende Anpassung an das jeweilige Laichgewässer. Kurz nach dem Erscheinen der Frösche aus dem Winterquartier, erscheinen die meisten Tiere dunkel. Während im Naturschutzgebiet Schwabbrünnen im klaren Wasser die meisten Tiere später gelb bis hellbraun erscheinen, wirkt der im Moorwasser des Rug- geller Riedes laichende Frosch meist schwarzbraun. Ebenso zeigt der im liechtensteinischen Alpenland lebende Grasfrosch eine schwarz- braune Färbung. Ein interessantes Detail ist hier im Alpenraume zu beobachten. Während im Talraum der Grasfrosch ausserhalb der Laich- zeit sich in der Regel bei der Flucht am Grabenrand versteckt, flieht der Grasfrosch des Alpenraumes direkt ins Wasser hinein — wie ein Wasser- frosch — und vergräbt sich im Schlamm (infolge mangelnden Schutzes am meist vegetationslosen Ufer?). Vorkommen in Liechtenstein: Der Grasfrosch scheint in Liechten- stein noch eine weite Verbreitung zu haben. Allerdings kommt er nir- gends recht häufig vor. Trotzdem dürfte er noch unser häufigster Lurch sein. Im Verlaufe der letzten Jahre konnte ich folgende Laichgebiete feststellen: grössere, altbewährte Laichplätze sind das Ruggeller Ried, insbesondere ein bestimmter Graben; das Gampriner Seelein, insbeson- 177
        

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