Tritt man an ein Gewässer, in welchem Wasserfrösche leben, so ist die erste Reaktion derselben die augenblickliche Flucht ins rettende Wasser. Mit raschen Stössen der Hinterbeine wird in den Schlamm ge- taucht. Besitzt man aber die Geduld, ca. fünf Minuten zu warten und regungslos zu verharren, so erscheint der Wasserfrosch garantiert wie- der an der Oberfläche. Vorerst vielleicht eher zögernd und vorsichtig. Nach einiger Zeit aber zeigt er sich jedoch wieder völlig ungezwungen. Sind die Frösche gar im regen Konzert, so tauchen sie oft gar nicht mehr unter das Wasser. Auch zeigen die jungen Frösche eher selten den bei den älteren Tieren so ausgeprägten Fluchtinstinkt. Das Weibchen legt seine Eier im Mai oder gar erst im Juni. Es soll bis lO'OOO Eier in Klumpen von ca. 300 Eiern legen, was einen Rekord unserer in Liechtenstein heimischen Lurche darstellt. Die Kaulquappen brauchen ca. 3 — 4 Monate zu ihrer Entwicklung und es ist möglich, dass sie wie die Larven der Gelbbauchunke und des Bergmolches, noch im Larvenstadium überwintern. Das junge Fröschlein ist oft noch mit einem Stummelschwanz im August oder September entlang der Gräben zu sehen. Ende September, oder erst im Verlaufe des Oktobers sind die Wasserfrösche immer seltener zu finden. Sie vergraben sich im Schlamm ihrer Gewässer, wobei ich aber am 24. Oktober 1971 noch immer Wasserfrösche nach einigen Frösten in Gräben des Ruggeller Riedes beobachten konnte. Es waren dies neben wenigen Alttieren vor allem Jungtiere. Der Wasserfrosch in Liechtenstein: «Verschwunden ist die Roman- tik des Auenwaldes mit seinen Tümpeln und Wasservögeln, mit den Badelöchern für die Buben. Verschwunden das Sumpfland mit dem tausendfachen Gequake der Frösche» (Otto Seger im Vaduzer Heimat- buch). Diese treffliche Schilderung zeigt das Verschwinden des nassen Lebensraumes, auf den vor allem die Wasserfrösche angewiesen sind. Ich kenne Schilderungen von vielen hiesigen Leuten, die Anwohner in der Nähe von Gewässern waren. Sie erzählten mir, dass der Lärm des Froschkonzertes derart war, dass man kaum mehr das eigene Wort verstand. Von diesem lautstarken Gequake ist nicht mehr viel zu be- merken. Bei nächtlichen Besuchen der noch verbliebenen stehenden Gewässer, konnte man 1971 kaum mehr als ein zaghaftes Quarren hören. Die Zahl der Wasserfrösche (er war vermutlich ehemals der häufigste Lurch) ist in den letzten Jahren und Jahrzehnten rapide zu- 172
        

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