Monat später, finden wir ihn in Feldkirch,13 nachdem er unterwegs Vadian in St. Gallen aufgesucht hatte.14 Pedioneus ist also wirklich, wie er Amerbach angegeben hat, in seine Heimat zurückgekehrt. Wenige Monate später berichtet Pedioneus in einem Brief,15 wie er auf seiner Rückkehr aus Italien über den Arlbergpass gezogen sei. Hätte Pedioneus anderswo in Graubünden gelebt, würde er mit Sicherheit einen anderen Pass gewählt haben als gerade den Arlberg. Schliesslich ist noch ein drittes verstärkendes Argument für unsere These an dieser Stelle einzufügen.. Der Lindauer Schulmeister Kaspar Brusch hat um 1546 ein Gedicht auf die Gelehrten Männer Feldkirchs verfasst.16 Darin heisst es, dass Pedioneus aus Feldkirch stammt. Da es Brusch darauf ankam, möglichst viele Männer aus Feldkirch zu neh- men, hat er den Begriff Feldkirch entsprechend weit gefasst. So wird etwa Johannes Bernhardi aus Schlins ebenso als Feldkircher gerechnet wie der Lindauer Arzt Achilles Pirmin Gasser. Aber ungeachtet dieser Ungenauigkeit darf mit Sicherheit festgestellt werden, dass Pedioneus in einem Nähverhältnis zu Feldkirch gestanden sein muss. 3. Der Name Pedioneus Wir dürfen unsere bisherigen Betrachtungen noch einmal zusam- menfassen und sagen: der Beiname «Rhetus» in Verbindung mit den Schilderungen des Pedioneus von seiner Heimat sowie einige zusätz- liche Beobachtungen lassen es als sicher erscheinen, dass Pedioneus irgendwo am rechten Ufer des Rheins zwischen Landquart und Boden- see geboren ist, sei es in der Gegend um Maienfeld, sei es im heutigen Fürstentum Liechtenstein, sei es in der Herrschaft Feldkirch. Bei der weiteren Eingrenzung kann uns der Name Pedioneus eine wichtige Hilfe sein, sofern es gelingt, diesen Namen mit einem Namen in Verbindung zu bringen, der in einer dieser Gegenden heimisch ist. 13 Renate Federhofer-Königs, Johannes Vogelsang und sein Musiktraktat (1542), Ein Beitrag zur .Musikgeschichte von Feldkirch (Vorarlberg), Kir- chenmusikalisches Jahrbuch 1965, S. 76. 14 Stadtbibliothek Vadiana St. Gallen, Johannes Pedioneius, In Simonem Gry- neum epicedion, Basel 1541. 15 Stiftsbibliothek Zeitz, Jo. Pedionei Rheti Epistola ad Julium Pflug. 16 Adalbert Horawitz, Caspar Bruschius, Prag/Wien 1874, S. 260. 107
        

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