lassung aller Feudallasten gedankt: Die Bedingungen, die der Fürst da- ran geknüpft hatte, wurden einfach ignoriert, indem man unterstellte, es gebe keinerlei Ungleichheiten in den Rechten der Bürger.125 Man fürchtete, die Hintersassen möchten Ansprüche an Gemeinde- und Ge- nossenschaftseigentum stellen.126 Der Landesverweser wies den Fürsten mit bitterer Klage über den «Mangel an Gemeinsinn und Uneigennüt- zigkeit» auf das Unrichtige der Unterstellung hin und zählte eine Reihe Beispiele von Ungleichheiten auf. Für die künftige Verfassung sah er in dieser Beziehung bereits grosse Schwierigkeiten.127 «Man wird im For- dern nie satt, im Gewähren aber nie zufrieden seyn», meinte er resig- niert.128 Die vollständige Erledigung der Feudalgegenstände, wurde der Be- ratung des künftigen Landtages überlassen. Man wünschte, dass der Fürst zeitweilig im Lande residiere, allerdings aus eigenen Mitteln.129 Volk und Fürst waren sich nun in Begehren und Konzessionen doch begegnet, aus dem gespannten Gegeneinander wurde ein beiderseitig aufrichtiges Miteinander. Nicht dass die nach wie vor grossen wirtschaftlichen Probleme hin- ter einem heiligen politischen Eifer zurückgedrängt worden wären und 125 Siehe oben Anm. 123. Die Dankadresse vom 22. Mai 1848 ist von Karl Schädler und Ludwig Grass verfasst und von 83 Ausschussmitgliedern unterzeichnet, HK 1863/10370 (bei 1848/6623); Entwurf und Kopie im LRA Schädler Akten 281; ebenso LRA C/3, ad 337. 126 Vgl. das Schreiben von Karl Schädler und Ludwig Grass an die Landes- ausschüsse, 22. Mai 1848, LRA C/3. 127 Menzinger legte der Dankadresse der Ausschüsse zwei gesonderte Kom- mentare bei, einen regierungsamtlichen, den auch der Rentmeister und der Grundbuchführer unterzeichneten, und einen persönlichen, in dem er seine eigentlichen Ansichten niederlegte; 29. Mai 1848, HK 1863/10370 (1848/6623. u. /6624); ebenso LRA C/3, Nr. 337. 128 Man. verlange zwar die unentgeltliche Aufhebung der Feudalien, die der Herrschaft zunutzen kamen, während von jenen, die der Herrschaft zur Last fielen, z. B. Wuhr- und Brückenholz, Lehentannen, Brennholz, keine Rede sei — begreiflicherweise. Siehe oben Anm. 127. 129 Dankadresse vom 22. Mai 1848, siehe oben Anm. 
125. — Menzinger riet von der Verwendung des Ohmgeldes und der behebten Steuer zum Schlossbau ebenfalls ab, da daraus dem Land ein Anspruch auf das Schloss und die Schlossgüter erwachsen möchte, siehe oben Anm. 127. 86
        

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