legien verzichteten.111 Gemeint waren damit die Unterschiede im An- teil am Gemeindenutzen und dann wohl auch die kastenhafte Ab- schliessung der Alpgenossenschaften. Hatte die Bevölkerung sich gegen den vermeintlichen Eigennutz des Fürsten gewandt, so setzte dieser den gleichen Hebel an die egoistischen Einzel- und Gruppeninteressen in den Gemeinden des Landes und verlangte nun, dass die "so hoch be- schworenen Grundsätze der Freiheit und Gleichheit nicht nur zwischen Fürst und Volk, in der Vertikalen, sondern auch in der Horizontalen, zwischen den Bürgern selber, verwirklicht würden ! Ähnlich lehnte der Fürst es auf das bestimmteste als unstatthaft ab, zwischen den Angehörigen der verschiedenen Staaten des Deutschen Bundes einen Unterschied zu machen. Er sicherte nur zu, dass kein dem Deutschen Bund Fremder ein Staatsamt im Fürstentum erhielte und dass wenigstens einer der drei Beamten der künftigen Regierung ein Liechtensteiner sein werde.112 In diesem Punkt war damit keine Ände- rung gegenüber dem bisherigen Stand erreicht. Indem fortan alle neuen Gesetze vom Landtag beraten würden, glaubte der Fürst hinlänglich vorgesort und die Verhältnisse des Lan- des genügend berücksichtigt zu haben. Er tat ein übriges und ordnete die Wahl von fünf Vertrauensmännern des Volkes an, welche die be- sonderen Wünsche des Landes in bezug auf die neue Verfassung und die Angleichung der bisherigen Vorrechte einzelner Bürger gemeinsam mit dem Landesverweser beraten und dem Fürsten im Ergebnis vor- legen sollten: Danach werde er mit dem Erlass des Verfassungsgesetzes gewiss nicht säumen.118 Später sicherte er sogar zu, die Verfassung überhaupt der neuen Volksvertretung zur Annahme vorzulegen.114 6. Die Wahl des Nationalvertreters Inzwischen wurde im Fürstentum ein Volksvertreter zur deutschen Nationalversammlung in Frankfurt gewählt. Die ursprünglich vorge- 111 Erlass vom 2. Mai 1848, siehe oben Anm. 108;. besonders der Nachtrag zum Erlass, 3. Mai 1848, HK 1863/10370- (1848/5264); Kopie' im LRA Schädler Akten 279. 112 Siehe oben Anm. 108. 113 Ebda. 114 Fürstl. Schreiben vom 17. Mai 1848, siehe oben Anm. 107. 83
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.