macht.81 Da er die Liechtensteiner noch durch Reden reizte,82 ver- schworen sich Leute aus Balzers und Vaduz gegen ihn. Am Nachmittag des-15. April erschienen sie vor dem Amtshaus in Vaduz, um Langer aus dem Land zu jagen. Menzinger, der mitten unter die Menge trat und sie durch Vorstellungen aller Art bewegen wollte, den Känzlisten unbehelligt allein abreisen zu lassen, ereichte nur die Versicherung, dass dessen Person unangetastet bleibe. Er musste zusehen, wie Langer aus der Kanzlei abgeholt und von dem Haufen mit Trommel und Pfei- fen durch das ganze Land hinabgeführt und über die österreichische Grenze gestellt wurde, nachdem man ihm noch eine schriftliche Be- stätigung seiner Unversehrtheit abgezwungen hatte.83 Nicht genug, stellte sich der am Abend zurückkehrende Trupp vor dem Amtshaus abermals auf, rief den Landesverweser heraus und forderte «im Namen des Landes» auch noch die Entlassung der beiden Polizeileute Hilti, weil sich diese zu wenig höflich gegen die Bürger betragen hätten; im Weigerungsfalle brauche man Gewalt. Als die beiden Polizisten von sich aus zurücktraten, erklärten sich die Aufrührer einstweilen zu- frieden.84 81 Johann Langer war seit 1844 in Vaduz. Er wurde weniger in der Kanzlei als zu auswärtigen Arbeiten, vor allem beim Wasserbau, herangezogen, wodurch er mit den Gemeindebehörden und der Bevölkerung in häufige Berührung kam. Moritz Menzinger, JBL 1913, S. 38 ff.; Akten im LRA CII, ad 579; Briefe von Joh. Peter Rheinberger an seinen Sohn David in Wien, 2. März und 6. Mai 1844, AFRh F 23. David Rheinberger beschrieb Langer, den er kannte, so: «Er war ein unverschämter, arroganter und gewalt- thätiger Bursche voll Hochmuth und Eigendünkel und dabei ein ganz leerer Kopf, der sich überall verhasst machte, nur bei der Gnädigen nicht, wo er täglich zum Handkuss erschien und den fleissigen Zuträger machte.» Die «Gnädige» war die Frau Landvögtin, die nach demselben Zeugnis auch • ihren Gemahl bevogtete, eine «eitle, hochfahrende und herrschsüchtige Person war und sich in Alles mischte». Unter den Beamten gab es denn auch immer wieder Intrigen. 'Notizen' von David Rheinberger, AFRh G 6. 82 Langer äusserte im Bierhaus, dass er 50 Gulden gäbe, wenn er ausser Lan- des wäre. Er gab diesen Ausspruch in einem Schreiben an Menzinger aus Feldkirch zu, ca. 15. Apr. 1848, LRA C/3, o. Nr. 83 Eigenhändige Bestätigung von Langer, 15. Apr. 1848, LRA C/3. 84 Bericht von Menzinger, 16. Apr. 1848, siehe oben Anm. 80. Die Episode mit Langer auch bei Moritz Menzinger, der von einer «Rotte Exaltados» spricht, JBL 1913, S. 40. Das gleiche Vorkommnis auch in David Rheinbergers 76
        

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