Als junger Arzt trat er 1931 dem Historischen Verein bei. Dreissig Jahre gehörte er dem Vereinsvorstand an und war jahrzehntelang Stell- vertreter des Vereinsvorsitzenden. Trotz seiner aufreibenden Tätigkeit als Arzt und Politiker, für den Zeit eines der kostbarsten Güter war, fand er Müsse, sich mit volkskundlichen und historischen Problemen zu be- schäftigen; er sah sich sogar in den Archiven um und hat im Jahrbuch 1936 eine Arbeit über die Todesursachen in der Gemeinde Triesenberg von 1831 bis 1930 veröffentlicht. Als Arzt, der besonders bei seinen Hausbesuchen in engen Kontakt mit allen Kreisen der Bevölkerung kam, nahm er jede Gelegenheit wahr, die Ideen der Heimatforschung, des Denkmal- und Landschafts- schutzes hinauszutragen und das Verständnis für alle Belange der Volkskunde wachzuhalten und zu fördern. Als Politiker fand er im Parlament das richtige Wort, wenn es galt, für die Erforschung und Erhaltung kultureller Werte und damit für die Anliegen des Histori- schen Vereins einzutreten. Die Mitarbeit im Vorstand war ihm Erholung in seinen wenigen Mussestunden. Hier konnte er die Sorgen des Alltags, die auch ihm nicht erspart geblieben sind, vergessen. In freundschaftlichem Gespräch zeigte sich sein reiches Wissen über Volkssprache und Brauchtum, aber auch sein weitherziges Verständnis für die Eigenheiten und Schwächen seiner Mitmenschen. Es war nicht seine Art, seine Gedanken durch viele Worte zu verbergen; und wenn die Unverblümtheit seiner Sprache und sein robuster Humor gelegentlich schockierten, wer ihn näher kannte, wusste dass Toleranz und Achtung vor der Meinung des andern Grundzüge im Wesen seines Charakters waren. Fürstl. Sanitätsrat Dr. Martin Risch war es beschieden, ohne lange Leidenszeit seine irdische Laufbahn zu beschliessen. Mitten aus seiner beruflichen Tätigkeit wurde er aus dem Leben abberufen, das seinen kranken Mitmenschen, seiner Familie und seiner Heimat gehört hatte. VI
        

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