Widerstand der radikalen Arbeitervertreter, die darin eine Gefährdung der internationalen revolutionären Arbeiterbewegung sahen. Dadurch wurde vor der späteren Einigung der österreichischen Sozialisten in Hainfeld eine verheissungsvolle Entwicklung verhindert, die die Ge- schichte der österreichischen Parteien grundlegend geändert hätte. Trotzdem wird Prinz Aloys nicht müde, im Parlament immer und immer wieder auf die soziale Frage in beredten Worten und oft be- merkenswerter Voraussicht hinzuweisen. «Diese heute so elende und unstete Classe der Lohnarbeiter ist berufen, in der Zukunft vereint mit den Resten des Kleingewerbes die Rolle eines Mittelstandes zu über- nehmen, den in der Vergangenheit das Handwerk gespielt hat.» Oder «Also, meine Herren, Socialreform durch die oberen Zehntausend und. durch die gesetzgebenden Körperschaften oder aber Staatssozialismus und in seinem Gefolge das absolute System und das Ende aller Frei- heit. .. ». Im Mai 1889 beim zweiten österreichischen Katholikentag hielt Prinz Aloys seine grosse Schlussrede über das Soziale Problem von der sogar der Sozialistenführer Viktor Adler bemerkte, sie sei formell glän- zend gewesen. «Man muss Fürst Liechtenstein sein, um derlei unkon- fisziert sagen zu dürfen.» Dieses Jahr 1889 aber brachte auch die fol- genschwerste politische Entscheidung im Leben des Prinzen: der Aus- tritt aus der Konservativen Partei und den Verzicht auf sein Reichsrat- mandat, dem bald darauf der Eintritt in die neugegründete, damals hoch fast unbekannte Partei des späteren Bürgermeisters von Wien, Karl Lueger, folgte. Dieses Vorgehen stiess bei Freunden und Gegnern und auch am kaiserlichen Hof zunächst auf Missbilligung, erwies sich aber später als richtige Entscheidung. Die neue «Christlichsoziale Partei» wurde zweifellos durch den Beitritt des Prinzen Liechtenstein stark gefördert. Allein die Tatsache, dass sich ein Angehöriger des Hpchadels am Wahlkampf dieser meist kleinbürgerlichen Partei be- teiligte, bedeutete eine Sensation bei den Parlamentswahlen 1891. Prinz Liechtenstein errang einen überzeugenden Sieg in seinem Wahlkreis Hernals-Ottakring (einem Wiener Vorort). Dies war ein für einen Prin- zen seines Standes ganz beachtlicher Erfolg seiner Popularität, wenn man bedenkt, dass sich diser Bezirk fast ausschliesslich aus Kleinge- werbe und Arbeitern zusammensetzte. So gehörte Prinz Aloys nebst Lueger zu den ersten sechs Abgeordneten-der jungen Christlichsozialen 520
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.