meindeangelegenheiten geregelt und jede nur denkbare volkswirt- schaftliche Einkommensquelle erschlossen werden.230 Indessen: von politischen Reformen war auch 1847 nicht die Rede. Die augenblicklichen Existenzprobleme Hessen politischen Überlegun- gen keinen Raum. Peter Kaiser bemerkte das Fehlen dieses Sektors in den fürstlichen Bestrebungen sehr wohl, wenn er auf den letzten Seiten seines Buches scheinbar lakonisch sagte: «Wohlthaten steuern vorüber- gehender Bedrängniss, bringen aber keine dauernde Verbesserung der Volkszustände hervor. Hiezu bedarf es anderer Massregeln.»231 Fürst Alois hatte sich die Dankbarkeit seines Volkes gesichert und seinen Willen zu «landesväterlicher Fürsorge» bewiesen. Bei seinen Besuchen hatte ihn die Bevölkerung denn auch begeistert empfangen.232 An den Rechten der Untertanen aber hatte sich nichts geändert. So war einer- seits einer Opposition gegen die Person des Fürsten von vornherein die Spitze gebrochen, andererseits musste seine Reformpolitik aber gerade- zu als Bestätigung von höchster Warte erscheinen, dass vieles nicht mehr den Erfordernissen der Zeit entsprach und dass die Volkswünsche berechtigt waren. Die Reformbestrebungen des Fürsten förderten, so paradox es erscheint, die Bereitschaft im Volk, sich der Revolution an- zuschliessen. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass zu Anfang des Jahres 1848 in Liechtenstein keine revolutionäre Situation bestand, dass aber der Wunsch nach Veränderung auch im politischen Bereich geweckt worden und ins Bewusstsein gedrungen war. Die Revolution traf das Land nicht unvorbereitet. Die Geschehnisse in den übrigen deutschen Staaten rissen auch Liechtenstein mit. 230 Quaderer, S. 116 ff. Sogar allfällige Mineralquellen sollten auf ihre Nutz- barkeit untersucht.werden. 231 Kaiser, S. 503. 232 Quaderer, S. 113; Moritz Menzinger, JBL 1913, S. 39. 51
        

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