Schellenberg und Vaduz — zu legen. Man hat die Reichsherrschaft nicht nur deswegen ausgesucht, weil sie bisher wenig Quartier gege- ben, sondern um der Bündnergrenze .näher zu sein. Es ist erwünscht, dass die Soldaten bis an die Staigschanze und nach Gutenberg streifen > können. Die Aktion des Herzogs Rohan sind genau zu beobachten. Geld für Kundschafter wird wiederum zur Verfügung gestellt. Hans Viktor von Travers, der österreichische Landvogt in Kastels, welcher oft als Vermittler zwischen Bünden und' Österreich auftrat, traf am 15. März mit Jakob Hannibal von Hohenems-auf Gutenberg zusammen. Dem Vogt Hans Ulrich von Ramschwäg riet Travers zu einer Besetzung der Veste, da man gerüchtweise vom Anmarsch einer fünftausend Mann starken französischen Armee hörte. Der Vogt von Kastels schenkte dieser Nachricht zwar keinen Glauben, riet aber den Obristhauptmann Schmid davon in Kenntnis zu setzen. Gutenberg sei derzeit lediglich mit vier Mann und einem Schützenmeister besetzt, ausserdem sei wenig -grobes Geschütz und fast keine Munition vor- handen. , Hans Ulrich von Ramschwag schrieb am 21. März an seine Landes- fürstin:' «Weilen aber zue muetmassen, dass es in Pündten ain lermen geben möcht», begebe er sich selber auf die Burg Gutenberg, wolle aber ohne erzfürstlichen Befehl nichts unternehmen. Das Kommando bleibe ja nach der neuen Regelung beim Obristhauptmann Schmid von Wellenstein.7 In den folgenden Tagen ging in Graubünden der geplante Umsturz über die Bühne. Während Bündner Regimenter und spanische Truppen die französischen Kräfte im Veltlin banden, schloss Jürg Jenatsch den Herzog Rohan ohne fremde Hilfe in der Rheinschanze bei Maien- feld, ein. Der Herzog musste nun mit dem Bevollmächtigten Rätiens, dem Zürcher Obristen Caspar Schmid, verhandeln. Die Unterzeich- • nung des Vertrages erfolgte am 26. März unweit des «Forts de France», wie die Franzosen die Rheinschanze bezeichneten: Zur Fortsetzung der «allseits gueten fründtschafft und correspondenz» wollen sich der Frei- 7 Landesarchiv Bregenz, Vogteiamt Bludenz Sch. (100). - Bereits am 10. März 1637 hatten die geheimen Räte in Innsbruck der Kammer vorge- schlagen, alle Posten — wie beim Einmarsch Rohans 1635 — an der Grenze gegen Graubünden mit Mannschaft zu versehen. 508
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.