Nach einem Schreiben der Innsbrucker Kammer an die Fürstin Claudia vom 23. April 1636 hatte Hans Ulrich von Ramschwag über die Wendung der Stimmung im benachbarten Freistaat berichtet. In der «etwas dunklen Darstellung» hiess es,, dass die Bündner mit der Herrschaft der Franzosen unzufrieden und daher einem Abkommen, mit Österreich nicht abgeneigt seien. Man will — allerdings mit der Einwilligung Frankreichs —• einen «Ambassador» nach Chur, senden. Offensichtlich reagierte man in Innsbruck zu diesem Zeitpunkt noch mit grosser Vorsicht: der Name Jürg Jenatsch wird in keinem der Be- richte genannt. Die Verhandlungen brachten es mit sich, dass Oberst Jenatsch, allerdings ohne dass Rohan über sein wahres Vorhaben im Bilde war, selber nach Innsbruck kam. Die strategisch so bedeutende Grenzbefestigung an der Luziensteig rückte nun für ein Jahr erneut in den Blickpunkt des militärischen Interesses.' Zum letzten Mal im Dreissigjährigen Krieg richteten sich die Kanonen auf Gutenberg gegen die von den Franzosen unweit Maienfeld erbaute Rheinschanze. Dem Vorarlberger. Obristhauptmann Valentin Schmid von Wellenstein war bereits 1635 aufgetragen wor- den, die Veste Gutenberg («bei den derzeit ermangleten Gamerai mitln») von den vier Herrschaften und der Vorarlberger Miliz aus zu versorgen. Die Festung sei schliesslich dem arlbergischen Verteidi- gungswesen «incorpiert».6 Zu Beginn des neuen- Jahres liefen alle Vorkehrungen für den Um- sturz in Bünden — obwohl die Verhandlungen noch nicht ganz abge- schlossen sind — in Liechtenstein und Vorarlberg an. Am 9. Februar 1637 schreibt die Innsbrucker Kammer an Erzherzo- gin Claudia: Vom Obristhauptmann Schmid ist der Bericht gekommen, dass der Generalquartiermeister der kaiserlichen Armee des General- leutnants'] Graf Gallas, Hubald Ruck, Ordonnanz gegeben habe, ein Regimenwunter dem Obristen von Scharnitzky, bestehend aus Polen und Spaniern, auf Hohenemsischen Territorium — in die Herrschaften 6 Landesregierungsarchiv Innsbruck, Kopialbücher Geschafft von Hof fpl. 374 17. Nov. 1636, Kammer an Kriegsräte. — Die Kosten für die Ablösung der Besatzung mussten von den Vorarlberger Ständen getragen werden; 1 die Soldaten hatten durch Jahre hindurch keinen Sold erhalten. Die leichte Artillerie und die schweren Stücke bleiben weiterhin auf dem Schloss. 507
        

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