Im Frühjahr 1632 weilte der Herzog auf der Badener Tagsatzung, wo er die Durchzugserlaubnis für einige französische Regimente nach 'Graubünden einholte. Seit dem Beginn des Krieges schenkte man naturgemäss den Vor- gängen im Bündnerland auch im Norden — im heutigen Liechtenstein und in Vorarlberg — wachsame Aufmerksamkeit. Die Ereignisse um den Aufstand der Bündner gegen Rohan 1637 sind, abgesehen von der schwedischen Invasion zehn Jahre später, die letzten des Krieges, die Liechtenstein direkt berühren: Das Land ist gleichzeitig Aufmarsch- gebiet für die österreichischen Truppen gegen die Franzosen in Bünden und Verhandlungsort zwischen Habsburg und dem Freistaat der Drei Bünde. Eine solche Übereinkunft war für Liechtenstein von umso grös- serer Bedeutung, als es militärisch viel zu schwach war, um sich selbst erfolgreich zu verteidigen. Wohl galt Schloss Vaduz, versehen mit Ar- tillerie und hohenemsischen Söldnern, als schwer einnehmbar. Der Elsässer Hauptmann Johann la Cour, Befehlshaber auf Vaduz, rekru- tierte während des Krieges jedoch offenbar keine Liechtensteiner zu einem Milizaufgebot. Das Versagen der Vorarlberger beim Schweden- einfall am 4. Januar 1647 zeigt deutlich, dass ein Aufgebot des Land- sturmes in Liechtenstein wohl nicht viel geholfen hätte. Die Nachricht von einem drohenden Einmarsch in Graubünden Hessen den Grafen von Hohenems und den österreichischen Nachbarn aufhorchen. Kaspar von Ems verstärkte den Geschützpark und die Mannschaft auf Vaduz. Obrist Hans Werner von Raitnau, Militärbe- fehlshaber in Vorarlberg, befürchtete einen französischen Einfall durch Vaduz und Schellenberg in die vier österreichischen Herrschaften vor dem Arlberg. ' Der Landesherr für Tirol und die Vorlande, Erzherzog Leopold V., schreibt am 6. Januar 1632, dass sich auf der Grenzfestung Gutenberg und dem Schutzwall am Luziensteig eine Garnison von vierzig Mann befinde. Der Burgvogt Hans Ulrich von Ramschwag, welcher auch als Vogteiverwalter von Bluderfz amtierte, wird mit der Anwerbung wei- terer Soldaten beauftragt. Es sollen hiefür taugliche Leute aus Liechten- stein oder Vorarlberg Verwendung finden.2 2 Landesregierungsarchiv Innsbruck, Kopialbücher, Geschafft von Hof fol. 1 und 80. — 1. 1. 1632 Erzherzog Leopold an Hans Ulrich von Ramschwag. 504
        

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