Weiter glaube das Oberamt durch seine erfolgreichen Aktionen genü- gend Ansehen erhalten zu haben, dass man ihm auch bei seinen jetzi- gen Plänen Vertrauen schenken konnte. Allein das Oberamt, das heisst Menzinger, kannte seine Untertanen nur zu genau, um all zu optimi- stisch zu sein. Er richtete sich daher mit seinen Plänen zuerst an die Landesgeistlichkeit, die er um Verständnis bat: «So würden doch die- jenigen, welche diese Einrichtung nicht gern sehen, sondern lieber das Alte hätten, weil sie selbst davon profitirten, sogleich Anlass nähmen, über die neue Anordnung zu schreien, und sie verhasst zu machen.» Obwohl Menzinger klare Vorstellungen darüber besass, wie diese «Einrichtungen» aussehen sollten, bat er dennoch die Geistlichkeit um ihre Hilfe und Vorschläge. Wusste er doch, dass eine allgemeine Er- fassung der Liechtensteiner für seine Pläne nur über das Sprachrohr der Geistlichkeit erfolgen konnte. Vorerst sollte die Geistlichkeit zusammen mit den Beamten der Herrschaft vierteljährlich einen gewissen Betrag in eine «Armenkasse» einbezahlen. «Wenn die Leute einmal sehen, wie die Sache gemeint ist; So wollen wir die Kollekte für die Armen auch bey den Unterthanen einführen, welche sich ohne Zweifel auch nicht abwerfen, sondern wil- liglich hierzu konkurriren werden, besonders wenn die Geistlichen Her- ren ihnen die eigentliche. Absicht und das wahre Almosen nach den Gesinnungen des Evangeliums erklären.» — Darin freilich hatte sich Menzinger sehr getäuscht! Den Geistlichen wurde sodann aufgetragen, eine Namensliste der einzelnen Unterstützungswürdigen anzulegen und sich auch an der Aufstellung eines «Armenpflegers» zu beteiligen. Nach der Geistlichkeit wandte sich das Oberamt an die Beamten, aber nur an diejenigen, welche von der «Herrschaft» abhängig waren. Menzinger selbst erklärte sich öffentlich bereit, vierteljährlich 10 Gul- den zu spendieren. Nachstehende Beamte schlössen sich mit folgenden Jahresbeiträgen an: Hofkaplan Schreiber Kaplan Steiger' Rentmeister Fritz 
22 Gulden 22 Gulden 24 Gulden Grass 
12 Gulden Johann Rheinberger (Adlerwirt) 
22 Gulden 494
        

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