den, dass zu Escortierungen derselben immer Leute bereit sind ...... Die Freude der Liechtensteiner währte indes nicht lange. Die Feld- kircher schickten einfach die Bettler und Vaganten mit Laufzetteln ver- sehen über die Grenze in Tisis, ohne eine Übergabe an die Liechten- steiner Behörden vorzunehmen, die ja in Vaduz sassen. Anfang Mai musste das Oberamt Wohl oder Übel die Übernahmestelle in Schäan- wald errichten. Einen und nicht geringen Trost hatten jedoch die Liechtensteiner. Bereits im April konnte das Oberamt nicht ohne Genugtuung und leise Anspielung- dem Vogteiamt in Bludenz verkünden: «Wir haben es uns hierauf (Konferenz des Vogteiämtes zu Feldkirch vom 21. Oktober 1801) zur Schuldigkeit gemacht, diese Verordnungen ... in Ausübung zu bringen. Diese Sache ist auch durch das ordnungsgemässe Ausschieben so gut von Statten gegangen, dass wir dieser Leute ganz los sind, und das Almosen den eigenen wahrhaft Armen zuwenden können.» Mit einem Seitenhieb wundert sich das Oberamt aber, ob denn in der Herrschaft Bludenz diese Verordnüngen nicht durchgeführt wor- den seien. Frastanz sei schliesslich voll von Bettlern, die sogar drohten, am Fürstentum Rache auszuüben, weil sie dort nicht mehr geduldet würden. Diese Drohungen schreckten die Liechtensteiner zwar keines-' wegs, doch gebe es Leute «welche solche förchten, und weil endlich schlechten Leuten nichts zu viel ist», bat man, wenigstens gefährliches und verdächtiges Gesindel von den Grenzen zu vertreiben, nicht ohne «alle angenehmen Gegendienste anzuerbieten». Eine Antwort des Bludenzer Vogtes ist uns nicht erhalten. Die Initiative des Oberamtes zur Unterstützung der einheimischen Armen Das erstemal seit Jahren konnte das Oberamt wirklich daran den- ken, sich den sozialen Fragen im eigenen Land zu widmen. Voraus- setzung dazu waren die erfolgreichen Aktionen gegen die ausländi- schen Bettler gewesen, von denen das Land bereits im März 1802 be- freit war. Diese Gelegenheit suchte die Behörde wahrzunehmen, konnte sie doch mit Recht darauf hinweisen, dass ein für die einheimischen Armen einzuhebender Betrag in keinem Verhältnis zu den Auslagen stehe, welche man früher durch das Bettlerunwesen gehabt habe. 493
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.