Daher Hess man aus solchen Gebieten auch Vieh mit obrigkeitlichem Gesundheitspass nicht die Sperrzone überschreiten. Vor- allem wollten sich die Stände mit dieser härten Massnahme «den Kredit auf künftige Herbstmärkte offen» halten. Auch hatte man für die bisher erfolgreichen Wach- und Sperrgeschäfte einen Betrag von 1200 Gulden aufgewandt. Die Ruggeller hatten auch keine Erlaubnis erhalten, ihre Privat- alpen Faren und Sinsch zu beschicken, obwohl dort das Vieh vollkom- men abgesondert war. Von den Vorarlberger Ständen wurde nämlich die Besorgnis geäussert, dass die «dasige Strasse, über welche das Vieh getrieben werden müsste, verrufen, und schon dadurch dem Lande be- sonders auf die bevorstehenden nächsten'Herbstmärkte ein Nachteil zugehen könnte». Gestattet wurde schliesslich nur "die Besetzung der im Klostertal gelegenen Alm «Heuberg», durch Anton Nick aus Triesen, jedoch nur mit Liechtensteiner Vieh aus Orten, «wo seit mehreren Jahren von einer Viehseuche oder Krankheit nicht das mindeste verspüret worden ist». Ausserdem musste von jedem Tier der Eigentümer, der Ort des Stalles, die-Gattung und Farbe angegeben werden. Der Besitzer hatte ferner eidesstattlich zu erklären, dass er kein krankes Vieh besitze oder besessen habe: «Dass Aus Gottes Sonderbahrer Guethe und Gnade so- wohll unter Menschen als Vieh in alhiesiger Gemeindt Eschen Guether gesunder und von aller Infection oder an Steckenden Süchte Reiner und befreither Lufft sich befinden Thut ». «Eine pestilenzische Krankheit an Ross und Vieh» Mit der Eindämmung der Seuche in Ruggell war für das Liechten- steiner Oberamt die Arbeit für die Zukunft keinesfalls beendet. Nur dem grossen Einsatz, der vielleicht manchmal übertriebenen Strenge und der stetigen Zusammenarbeit mit Feldkirch, Bludenz, Maienfeld und Sargans war es zu verdanken, dass es bis 1802 gelang, die allent- halben auftretenden Viehseuchen — so in. Malans und Sevelen — von Liechtenstein fernzuhalten. Aus unbekannter Ursache überfiel dann nach dem heissen Som- mer 1802 eine pestartige Krankheit Vieh und Pferde. Alle Sperrmass- nahmen waren vergebens. Die Seuche wütete in der Schweiz, haupt- sächlich in den Rheintalgemeinden und auch im Vorarlbergischen. 476
        

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