Gewehre und Pistolen, von Georg Kaiser, welche die Liechtensteinische- Rüstkammer besitzt, zeigen, wie intensiv die Beziehungen Georg Kai- sers zum Hause Liechtenstein waren. Andreas -Schubert repariert 1690 die Gewehre des Fürsten, und es scheint, dass es zu dieser Zeit keinen fix angestellten Büchsenmeister für die fürstliche Gewehrkammer- gab. Erst im April 1698 hören wir von einem für die Gewehrkammer in Feldsberg neu aufgenommenen Büchsenmacher, für den damals ver- schiedenes Werkzeug, angeschafft wird. Leider wird sein Name nicht genannt, vielleicht war es Mathias. Ertl, der in diesem Inventar als fürstlicher Büchsenspanner genannt wird. Eine • grössere Anzahl von Waffen wurden- 1695 von einem Grafen Brandis angekauft. Es handelt sich um 5 Spingarden, 16 Flinten, 5 Auerhahnenröhren, 6 Scheiben- röhren, ein Paar Pistolen und zwei kleine Stutzen, die um den Preis von 1400 Gulden in die Gewehrkammer kamen. Diese Waffen wurden dem Wiener Büchsenmacher La Marre3 zur Durchsicht und Reparatur über- geben. La Marre übernimmt drei Jahre später spanische Flintenläufe vom Fürsten, um sie zu schiften und zu montieren. Fürst Johann Adam besitzt gegen Ende des 17. Jahrhunderts ein Paar Flinten und ein Paar Pistolen von La Marre, das heute in der FLRK vorhandene Paar Prunk- pistolen von La Marre (Hinterlader) dürfte aber'aus einer späteren Zeit stammen. Ebenfalls 1695 wird in den Rechnungen Hans Jacob Zem- reich4 als bürgerlicher Büchsenmacher .und Schifter genannt,, der eine Spingarde neu schiftet; er liefert Flintenschlösser. 1698 verkauft er dem Fürsten zwei Flinten für 67 Gulden und 30 Kreutzer und im nächsten Jahr wird ihm eine Flinte mit 30 Gulden bezahlt. Gemeinsam mit dem Büchsenmacher Johann Waas,5 der wiederholt für den Fürsten Johann Adam tätig ist, arbeitet er 1699 an der Montage eines spanischen Flin- tenlaufes. Mathias Eder6 «Büchsenmacher in kaiserlichen Arsenal» ver- kauft 1695 dem Fürsten eine Balläster, eine weitere liefert er dem Erz- herzog Karl. Mag sein, dass auch die Verbindung des Fürsten Johann Adam zu dem Büchsenmeister Caspar Zellner über das Kaiserhaus zu- stande gekommen ist. Zellner gehörte als Büchsenspanner und Büch- senmeister-zum Hofstaate des Erzherzogs Karl, er genoss die Tafel bei Hof und erhielt eine jährliche Besoldung von 72 Gulden.2 In dieser Stellung ist er nachweisbar bis 1704 und sein Ausscheiden aus dem Hofstaat wird wohl damit zusammenhängen, dass der Erzherzog da- mals als spanischer König mit seiner Armee und einem neuen Hofstaat nach Spanien reiste, um dort seine Ansprüche auf die spanische Königs- 424
        

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