•men und um Wien jederzeit Jagdwaffen zur Hand zu haben, sondern auch aus dem Umstand, dass sich in der Vaduzer Rüstkammer eine Anzahl Waffen befinden, welche sicher im Besitze des Fürsten Johann Adam waren, in dem hier vorliegenden Feldsberger Inventar aber feh- len. So jenes schöne Faustrohr mit dem Monogramm des Erzherzogs Matthias und den Emblemen des Ordens vom Goldenen Vliess (Abb. 1, 2), welches wahrscheinlich ein Geschenk des Erzherzogs an Fürst Carl von Liechtenstein (1569.— 1627), den Grossvater Johann Adams war. Das Prunkbüchsenpaar von Samuel Scheffel1 (Abb. 3, 4,) hat auf, den Kolben ähnliche Inventarnummern eingeschnitten, wie wir sie aus der Feldsberger Gewehrkammer kennen, doch fehlen hier die für die Felds- berger Numerierung charakteristischen Punkte; es .sieht fast so aus, als sollte diese Numerierung sich deutlich von jener in Feldsberg üblichen unterscheiden. Es ist also festzuhalten, dass das hier veröffentlichte Gewehrkammerinventar nur einen Teil des Waffenbesitzes des Fürsten Johann Adam enthält; wichtig immerhin ist es, dass wir nun eine ganze Anzahl der in Vaduz vorhandenen Waffen mit Sicherheit auf diesen Fürsten zurückführen können. Im Zusammenhang mit der Publikation des Feldsberger Gewehr- kammerinventars des Fürsten Johann Adam von Liechtenstein drängte sich eine Durchsicht der Rechnungsbücher des fürstlichen Hofzahlam- tes auf. Wenn wir auch damit "rechnen müssen, dort nicht alle Ausga- ben für die privaten Jagdwaffen des Fürsten zu finden, da einerseits sicher diverse Ausgaben für diesen Zweck vom Fürsten persönlich mit- den bevorzugten Büchsenmeistern getätigt wurden, andererseits so "manche Zahlungen wohl über die Rentämter der Herrschaften gegan- gen sein werden, zeigen die Ausgaben, die durch das Hofzahlamt gin- gen doch irgendwie den Kreis der Büchsenmacher auf, die der Fürst beschäftigte. Der Wiener Büchsenmacher Georg Kaiser18 ist seit 1689 fallweise mit der Pflege der Jagdwaffen des Fürsten beschäftigt. Wiederholt kauft der Fürst auch bei ihm Gewehre ein. Spätestens seit 1693 arbeitete Georg Kaiser für den nachmaligen Kaiser Karl VI.,2 und die Verbin- dung zum Hause Liechtenstein kann über den Obersthofmeister des Erzherzogs Karl, den Fürsten Anton Florian von Liechtenstein (1656 — 1721), einen Neffen des Fürsten Johann Adam, der selbst wiederholt Gewehre von Georg Kaiser kauft, gekommen sein. Die zahlreichen 423
        

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