stimmen, vor allem aber dem Landtag und dem Volk die Zweifel zu benehmen.273 Die Aussicht auf baldigen Frieden trug noch dazu bei, dass die neuerliche Ankündigung des Ausmarsches nicht mehr so feindlich aufgenommen wurde. Ausserdem konnte von Hausen dem am 18. Juli versammelten Landtag ein Schreiben Lindes vorlegen, das die Ubereinstimmung der fürstlichen Verfügung mit den Beschlüssen der Bundesversammlung aufzuweisen schien.274 In Wirklichkeit hatte Linde freilich in dem schon vom 4. Juli datierten Schreiben diese Über- einstimmung nur durch sehr geschickt verwickelte Formulierung der bereits bekannten Kenntnisnahme der Bundesversammlung vom 2. Juli konstruiert. Auf diese vom Landtag nicht durchschaute Manipulation hin konnte dieser keinen weiteren Widerstand begründen. Dennoch bat er am 18. Juli den Fürsten, den Einsatz des Kontingents nur im Falle äusserster Notwendigkeit zu verwirklichen: «Denn die Landesver- tretung kann sich der Besorgnisse nicht erwehren, welche sich auf- drängen bei dem Gedanken an die Unsicherheit des Ausganges der kriegerischen Wirren, bei der Rathlosigkeit im bundesstaatlichen Lager und bei der Erwägung, dass unser Land durch eine aktive Theilnahme am Kampf sowohl in seiner Selbständigkeit gefährdet, als den schwer- sten Bedrückungen ausgesetzt werden könnte.»275 Eine militärische Teil- nahme am Krieg auf der Seite des Verlierers erschien in der Tat poli- tisch unklug und konnte gefährliche Konsequenzen nach sich ziehen. Trotzdem musste das Kontingent am 26. Juli 1866 nach Tirol ab- rücken.276 Tags zuvor hatte der Fürst dem Landtag die Gründe seines Entschlusses auseinandergelegt und vor allem die Vermeidung der Teilnahme am Bruderkrieg selber \und seine Sorge um die Wahrung 273 Von Hausen an Landtagspräsident Schädler, 16. Juli 1866, LRA 1866/1141, Nr. 12; ebda, weitere Akten. Der Fürst verliess das Land am 30. Juli 1866 wieder sehr befriedigt von seinem Aufenthalt; vgl. Landeszeitung, 28. Juli 1866, Nr. 19, S. 73, und 4. Aug. 1866, Nr. 20, S. 78. 274 Landtagsverhandlungen vom 18. Juli 1866, Landeszeitung, 21. Juli 1866, Nr. 18, S. 69; Lindes Schreiben an von Hausen, 4. Juli 1866, LRA 1866/ 1141, Nr. 12. 275 Adresse des Landtages vom 18. Juli 1866, dem Fürsten durch eine Dele- gation des Landtages überreicht am 19. Juli 1866, LRA 1866/1141, Nr. 14; ebenso Landeszeitung, 21. Juli 1866, Nr. 18, S. 70. 276 Ospelt, Feldzug 1866, JBL 1924, S. 48 ff.; dazu Akten im LRA 1866/1141, Nr. 17 ff. 389
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.