Auf dem Deutschen Fürstentag in Frankfurt Ende August 1863 legte Kaiser Franz Joseph der glänzenden Versammlung, in der freilich der König von Preussen fehlte, seine .Reformakte vor. Fürst Johann II. nahm ebenfalls am Fürstentag teil, ohne aber aktiv hervorzutreten. Zusammen mit 23 weiteren Monarchen und Vertretern der Städte stimmte er der österreichischen Reformakte zu.163 Diese sah vor allem eine Kräftigung der Exekutivgewalt und die Berufung konstitutioneller Körperschaften der einzelnen Staaten zur Teilnahme an der Bundes- gesetzgebung vor.104 Liechtenstein wäre in dem neuen Bund nicht mehr so selbständig gewesen wie bisher. Doch scheiterte dieser seit 1848 be- deutendste Vorstoss einer Bundesreform am Abseitsstehen Preussens. Zur gleichen Zeit brach die Schleswig-Holsteinische Frage neu auf. Durch das Herzogtum Holstein gehörte Dänemark dem Deutschen Bund an. Dänemark hatte die dauernde verfassungsrechtliche Verbin- dung Holsteins mit Schleswig international zugesichert. Als 1863 der Nr. 18, ebda. Dies war im Sinne des Deutschen Reformvereins, den Gmelch auch während des Festessens zur Landtagseröffnung hatte hoch- leben lassen, was ihm unliebsam vermerkt wurde und eine Zeitungs- polemik nach sich zog. Vgl. Feldkircher Zeitung vom 31. Dez. 1862, Nr. 105, S. 418; 1863, Nr. 2, S. 8; Nr. 5, S. 20; Nr. 6, S. 24; Nr. 7, S. 26; Nr. 8, S. 32. 163 Die Protokolle der Frankfurter Fürstenversammlung vom 16. Aug. bis 1. Sept. 1863 tragen alle die Unterschrift des Fürsten von Liechtenstein, ebenso die Note vom 1. Sept. 1863 an den König von Preussen; HHSTA P. A. II 101, Fürstenkongress Frankfurt 1863. — Der Biograph Lindes, Schulte, berichtet, Linde sei an der Ausarbeitung der österreichischen Reformakte von 1863 massgeblich beteiligt gewesen; Schulte, S. 364; Schulte, ADB, S. 670 f. 164 Vgl. Scheller, S. 53, 153. — Am vorgesehenen Bundesdirektorium hätte Liechtenstein keinen wirklichen Anteil gehabt; die bisherige engere Bun- desversammlung hätte im Bundesrat praktisch in gleicher Weise weiter- gelebt; neu vorgesehen waren eine Versammlung von 302 Bundesabge- ordneten, zu welcher der liechtensteinische Landtag ebenfalls einen Abge- ordneten entsandt hätte, und eine Versammlung der Fürsten und Freien Städte; beide Versammlungen wären freilich nur alle drei Jahre zusam- mengetreten. Vgl. Huber III, S. 420 ff.; eingehend Scheller, und Ernst II. von Sachsen-Coburg-Gotha, Aus meinem Leben und aus meiner Zeit, 3.. Bd., Berlin 1889, S. 299-343; bei beiden findet sich nichts über den Fürsten von Liechtenstein ausser seiner Teilnahme. 366
        

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