sichtlich, dass eine «Zollconvention» mit der Schweiz viel günstiger ausfallen müsste als eine Vertragserneuerung mit Österreich. Ausser- dem sei das Verhältnis zu den Nachbarn über dem Rhein wesentlich besser als zu den Vorarlbergern, auch verkehre man mit der Schweiz mehr als mit Österreich; dennoch seien von dorther keine nachteiligen politischen Einflüsse zu befürchten, da gerade mit den Schweizern am wenigsten «politisiert» werde, — sogar eine nähere «Sitten- und Cha- rakterverwandtschaft» zu den Schweizern glaubte man zu entdecken. Der Landtag sollte sich daher beim Fürsten und bei der Regierung ein- setzen, dass die österreichische Kündigung angenommen und mit- der Schweiz ein Zoll- und Handelsvertrag abgeschlossen würde; derselbe müsste dem Landtag «den grössten Dank unseres Volkes für jetzt und die Zukunft» einbringen.21 Diesem Verlangen schlössen sich im Laufe eines Monats eine ganze Reihe weiterer Petitionen aus den Gemeinden Triesen,22 Planken,23 Mauren,24 Eschen,25 Schellenberg26 und Triesen- berg27 an. Der Landtag empfing damit aus sieben der elf Gemeinden des Landes Bittschriften mit gesamthaft 757 Unterschriften — von wohl einem Drittel aller Stimmberechtigten. 16, und im Kommissionsprot. vom 4. Febr. 1863, LRA Landtagsakten 1862/ 63, L 5, ad 23. Auch die Feldkircher Zeitung berichtet über diese Auskunft von Seiten des schweizerischen Bundesrates Frei-Herose; der Schluss von dessen Erklärung wird so resümiert; «Trenne sich Liechtenstein vom öster- reichischen Zollverbande, so werde die Eidgenossenschaft natürlich gerne mit dem Fürstenthum einen beiderseits konvenirenden Zoll- und Handels- vertrag abschließen.» Feldkircher Zeitung, 7. Febr. 1863, Nr. 11, S. 42. -21 Bittschrift von Schaan, siehe oben Anm. 16. 22 Petition von 149 Triesnern an den Landtag, 1. Febr. 1863, LRA Landtags- aklen 1862/63, L 5, Nr. 28. 23 Petition von 30 Planknern, 4. Febr. 1863, ebda., Nr. 27. .24 Petition von 88 Maurern, 14. Febr. 1863, ebda., Nr. 29. 25 Petition von 86 Eschnern, 15. Febr. 1863, ebda., Nr. 25. 26 Petition von 51 Schellenbergern, 16. Febr. 1863, ebda., Nr. 26. Wie die Maurer verlangten die Schellenberger bei einer Zolleinigung mit der Schweiz vor allem freie Weinausfuhr. Als Kuriosum sei vermerkt, dass die Petition von Schellenberg auch drei Frauennamen trägt. 27 Petition von 152 Triesenbergem, Febr. 1863, ebda., Nr. 30. Die Triesen- berger waren durch die Unterdrückung des Schmuggels um eine vorzüg- liche Einkommensquelle gekommen ! 340
        

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