der Fron- oder Weingartendünger und die Hand- und Fuhrfronen,120 die von den Gemeindearbeiten zu unterscheiden sind.121 Die Bauern- befreiung, die den von der Aufklärung in die Welt gebrachten Forde- rungen der Menschenrechte nach persönlicher Freiheit, Sicherheit des Eigentums und Mitverantwortung für das Gemeinwesen entsprach,122 war wie in den meisten deutschen und österreichischen Ländern auch in Liechtenstein auf halbem Wege steckengeblieben, indem die Ab- gaben und Fronleistungen weiterhin von der Herrschaft gefordert wurden.123 Die Feudalleistungen wurden zwar dem Landesherrn ent- richtet, aber nicht als staatlicher Obrigkeit, sondern als privater 
Herr- 120 Siehe die Zusammenstellung in den Ergänzungen zum Brandisischen Ur- bar, um 1520, LUB 1/4/5, S. 319 ff. 121 Jährliche Erträge der Feudalleistungen des ganzen Landes nach einer Zusammenstellung des Oberamts vom 29. März 1848, HK 1863/10370 (1848/5391): a) 
Neugereutzinse 232.49 fl. b) 
behebte Steuer 198.39 « c) 
Mühlzwangablösung 30.— « d) 
Laudemien von Lehen 40.16 « e) 
Pleuelgelder 8.16 « f) 
Vogelrecht 325.— « g) 
Fastnachtshennen 230.48 « h) 
Schäfhaber 104.48 « i) 
Fron- oder Weingartendünger 620 Fuhren k) 
Handfronen 850 Tage 1) 
Fuhrfronen 
310 Fuhren Gesamthaft ergaben die Feudallasten in annähernder Geldberechnung rund 2000 fl. Sie standen also bedeutend unter den Zehnten, vgl. oben Anm. 111. — Unter die 1848 noch in Übung stehenden Feudalleistungen sind neben den genannten noch der «Zollsechser», der Wasserzins für die Mühlen, die Holzlieferungen an die herrschaftlichen Mühlen, ferner das «Schirmstroh», das die beiden Pfarrer von Bendern und Schaan als Re- kognitionsabgabe an den Fürsten jährlich zu leisten hatten (Wert eines Fuders Stroh in Geld), zu rechnen. Umgekehrt bestanden auch einige Feudalleistungen des Landesherrn zugunsten der Untertanen: «Wuhr- und Brückenholz, Lehentannen, und Brennholz aus einer Schellenberger Wal- dung», nannte Menzinger als Beispiele in einem Schreiben vom 29. Mai 1848, HK 1863/10370 (1848/6624). 122 Vgl. Stadelmann, S. 23. 123 Ebda., S. 26 f. 34
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.