heerend niedergefahren.197 Vor ähnlichen Rückschlägen sollten das Feuerpolizeigesetz von 1865,198 welches neben minutiösen Vorschriften vor allem die obligatorische Feuerversicherung für Wohngebäude ein- führte,199 
das Rheinwuhrgesetz vom gleichen Jahr,200 durch welches eine Landeswuhrkommission geschaffen und die Wuhrbauten besser ko- ordiniert wurden, und schliesslich 
das Rüfegesetz von 1871201 schützen. Das gelang im ganzen; die. Rüfen mussten allerdings wegen der grossen Anstrengungen für den Rhein, welche überhaupt nur durch die Unter- stützung des Fürsten erbracht werden konnten,202 vernachlässigt werden.203 Die 
neue Waldordnung von 1865204 sollte ebensosehr dem Kampf gegen Rhein und Rüfen205 wie besseren Erträgen dienen. Ähnlich gebot 197 Schädler, Landtag, JBL 1901, S. 168. 198 Feuerpolizeigesetz vom 11. Okt. 1865, LGBI. 1865, Nr. 7, S. 35 ff., ergänzt durch die Löschordnung vom 24. Okt. 1865, ebda. — Das Feuerpolizei- gesetz ersetzte die alte Feuerlöschordnung von 1812, Malin, S. 115 f. Vgl. Schädler, Landtag, JBL 1901, S. 128 f. 199 Bei der Beratung im Landtag hatte Pfarrer Erni die obligatorische Feuer- versicherung als «Zwangsmassregel» und' «Regiererei» kritisiert;: Land- tagsverhandlungen vom 21. Aug. 1865, Landeszeitung 1865, Nr. 22, S. 85. Vgl. dagegen Christoph Wanger über den Nutzen der Feuerversicherung, Landeszeitung 1863, Nr. 7, 9, 11, 12, 13; Wanger war freilich zugleich Agent einer Versicherung. — Die österreichische Feuerwehrzeitung emp- fahl das liechtensteinische Feuerpolizeigesetz zur Nachahmung, es könne, so fügte sie hinzu, «auch von Nazareth» einmal etwas Gutes kommen; nach Landeszeitung, 7. Sept. 1867, Nr. 20, S. 78. 200 Rheinwuhrgesetz vom 16. Okt. 1865, dazu Instruktion vom 28. Okt. 1865, LGBI. 1865, Nr. 6, S. 19 ff. Dazu Schädler, Landtag, JBL 1901, S. 129 ff. 201 Rüfegesetz vom 23, Sept. 1871, LGBI. 1871, Nr. 4. 202 1868 und 1872 erfolgten nochmals Rheineinbrüche; Schädler, Landtag, JBL 1901, S: 130 f. Anm. 2, 154. Der Übergang der Schweiz zum Hoch- wuhrsystem erforderte ein Mitgehen auf liechtensteinischer Seite, wozu der Fürst dem Land ein zinsloses Darlehen von 175'000 fl. gewährte; Schädler, Von Hausen, JBL 1906, S. 13; Raton, S. 48. 203 Vgl. Schädler, Landtag, JBL 1901, S. 167 f.; Bericht über die Rüfen, S. 16. 204 Waldordnung vom 8. Okt. 1865, LGBI. 1866, Nr. 2, S. 25 ff. Sie setzte die alte Waldordnung vom 1. Aug. 1841 ausser Kraft. 205 Kessler betonte mahnend im Kommissionsbericht im Landtag von 1865: . «Die Verwüstungen durch Rhein und Rüfen haben ihren Ursprung in der Abholzung und Vernachlässigung der Gebirgswaldungen»; zit. nach 327
        

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