wie als Sparkasse besonders für die ärmere Schicht der Handwerker, Taglöhner und Dienstboten.41 Damit war einem jahrzehntealten Be- dürfnis und einem schon von Menzinger und Alois IL gehegten Plan42 entsprochen und eine weitere wichtige Voraussetzung geschaffen, die liechtensteinische Bevölkerung aus ihrer übermässigen Verschuldung43 und damit aus einem wirtschaftlichen Teufelskreis langsam herauszu- führen. Interessanterweise war in die Statuten der neuen Landesbank auf eigenes Geheiss des Fürsten ein Kontrollrecht der künftigen Volks- vertretung eingebaut worden.44 Die Errichtung einer Kranken- und Siechenanstalt des Landes — nicht als eigentliches Spital, sondern als Armenhaus gedacht — war ebenfalls schon von Alois II. ins Auge ge- fasst worden.45 Obwohl der Fürst nun in Vaduz ein Grundstück zur 41 Von Hausen an Fürst, 8. Sept. 1861, nach Batliner, S. 29. 42 Im Jahre 1847 war davon gesprochen worden, dem, Lande einen Kredit «zu einer Art Bank oder zu einem Vorschussfonds zur Verbesserung der mageren Privatverhältnisse besonders der gedrückteren Classe der Unter- thanen» zur Verfügung zu stellen. Anfangs 1852 hatten einige Vorsteher den Plan wieder angeregt und Menzinger hatte ihn aufgenommen. Den Geldsuchenden hatten zwar verschiedene Landesfonds, die fürstl. Rent- kasse, Pfarrherren und Klöster immer geringe Kredite gewährt, aber mei- stens hatte, man doch bei den «Capitalisten» der schweizerischen Nach- barschaft Zuflucht nehmen müssen; da seit Anfang der Fünfzigerjahre die Geldgeber ihre Kapitalien vor allem in Eisenbahnaktien' anlegten, war es schwierig geworden, selbst auf volle Sicherheit hin Geld zu erhalten, weshalb vermehrt private Darlehensgesuche an den Fürsten gerichtet wurden. Alois II. hatte 1853 den Plan zu einer liechtensteinischen Kredit- anstalt — als soziale Einrichtung gedacht — selber aufgenommen. Doch war es bei den Vorschlägen geblieben. Vgl. Regierungsamt an Fürst, 24. Sept. 1852, HK 1857/2837 (1852/10739); Fürst an Regierungsamt, 9. Aug. 1853, HK 1857/2837 -(1853/6540); Regierungsamt an Fürst, 2. Sept. 1853, ebda. (1853/10021); vgl. auch Batliner, S. 26 ff.; Schädler, Landtag, JBL 1901, S. 101. 43 Die Hypothekenschulden in Liechtenstein wurden für jene Zeit auf 1 Mill. Gulden geschätzt; vgl. Batliner, S. 19, 28. 44 LRA 1861/XV/63; vgl. auch Batliner, S. 29 ff. 45 Alois II. hatte 1845 die Aufstellung von Armenkommissionen des Landes und aller Gemeinden vorgesehen und den Armenfonds gesetzlich bestimmt, um später eine «Versorgungsanstalt für alte, presshafte, erwerbsunfähige Arme» errichten zu können; Verordnung vom 20. Okt. 1845, LRA Norma- liensammlung. Während der Fonds anwuchs, scheinen die Kommissionen bis zum Wechsel des Landesverwesers 1861 entweder nie oder nicht durch- 259
        

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