Landes zur Vorbereitung eines Katasters vermessen.3 Die 1844 verord- nete Trattablösung wurde bis zum Jahre 1856 zu Ende geführt, so dass die Gemeinden weiteren Boden zur Nutzung unter die Bürger vergeben und so die Produktivität steigern konnten.4 Der Fürst hob schliesslich 1858 eine weitere Feudallast unentgeltlich auf, den lästigen Mühl- oder auch «Sackzwäng»: Nun konnte jedermann seine Frucht mahlen und seinen Hanf brechen lassen, wo er wollte.5 Im Schulwesen bedeutete die Einführung einer zweiten Mädchen- schule in Schaan 1853 neben der seit 1846 in Vaduz bestehenden eine bedeutende Verbesserung.6 Diese Mädchenschulen standen in ihren Anfängen weit über dem Niveau der übrigen Schulen des Landes und berücksichtigten besonders die spezifisch frauliche Ausbildung. Einen Markstein im liechtensteinischen Schulwesen bedeutete die Eröffnung der ersten Realschule in Vaduz im Jahre 1858; sie bezeichnete bereits die Wende zur neuen Reformpolitik.7 Ausserdem erfuhr die Landesverwaltung eine Erneuerung: Das Re- gierungsamt hatte zwar 1851 einen neuen Amtsschreiber erhalten, doch war besonders die Buchhaltung seit den Katastrophenjahren und der rückkehren und die Arbeit bis 1860 fortsetzen. Kümmerle zerstritt sich dann mit einzelnen Gemeinden, so dass er schliesslich 1861 das Land arm und verbittert verlassen musste. Dennoch hatte sich Kümmerle um die Fruchtbarmachung des Flachlandes bleibende Verdienste erworben. LRA CI/95, Fasz. Kümmerle. 3 Siehe LRA LXXXVII/24. 4 Vgl. Büchel, Gemeindenutzen, S. 60. 5 Erwähnt im Bericht des Landesverwesers an den Fürsten, 24. Jan. 1866, HK 1866/6440 (1612). - Obwohl damit, auch die Rechtsbasis für das Pleuel- geld, welches für die Befreiung vom Sackzwang bezahlt wurde, entfiel, wurde es doch noch weiter entrichtet und erst 1865 aufgehoben; dies be- zeichnet die verlorengegangene Beziehung zur Rechtsgrundlage, wie auch die materielle Unwichtigkeit dieser Abgabe; siehe unten S. 323 f. 6 Die Schaaner Mädchenschule wurde von drei Schwestern aus dem Kloster Zams (Tirol) betreut; deren Gehalt bestritten zusammen der Fürst und die Fürstin mit je 120 fl. und die Gemeinde Schaan mit 62 fl.; Vertrag zwi- schen der Generaloberin der barmherzigen Schwestern in Zams und der Gemeindevorstehung von Schaan, 21. Sept. 1853, LRA XIVC, ad 297. 7 Siehe unten S. 229. 217
        

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