man einen- Grund dafür, dass das Land nach dem Zollanschluss nicht rasch in Wohlstand erblühte, sondern sich erst langsam und mühselig aus seiner wirtschaftlichen Misere erholte. Zeichen für einen beginnenden Aufschwung waren zwar die ersten seit 1852 unternommenen Versuche zu industriellen Unternehmen: Wenige Tage nach der Bekanntmachung des Zollanschlusses ersuchte der Handelsmann Zünd von Schaanwald um die Bewilligung zu einer kleineren Baumwollspinnerei.128 In den folgenden Jahren wiederholten sich ähnliche Gesuche aus Triesen, Vaduz und Balzers,129 und 1860 wollte ein Vorarlberger eine «Zündhölzchenfabrikation» in Schaanwald aufziehen.130 Doch fanden alle diese Vorhaben noch keine dauernde Verwirklichung. Erst ab dem Jahre 1861 traten die ersten Industrie- betriebe ins Leben.131 Zur Enttäuschung gesellten sich Auseinandersetzungen der Gemein- den mit Österreich wegen der Verzehrungssteuer. Mit dem 1. November 1856 wurde sie auf gebrannte Getränke ausgedehnt.132 War bis dahin die Branntweinerzeugung frei gewesen, so durfte künftig nur noch eine bestimmte Menge für den Hausgebrauch steuerfrei und nur noch unter Kontrolle gebrannt werden.133 Mehr noch verärgerte die Liechtensteiner die massive Erhöhung der Verzehrungssteuer auf Wein, Most und Fleisch im Jahre 1860.134 Darin war überdies ein besonderer Zuschlag 128 Menzinger an Fürst, 7. Aug. 1852, HK 1861/5377 (1852/8799); dazu LRA CIII/128. Menzinger bemerkte hoffnungsvoll: «Das Kleine wird sich nach und nach zum Grösseren erheben.» 129 1854 erlangte Xaver Bosch aus Lustenau die regierungsamtliche Bewilli- gung zur Errichtung einer «handwerksmässigen Baumwollen-Weberei» in Triesen; 31. Juli 1854, LRA CIV/121, Nr. 579. - 1855 ersuchte Jakob Quaderer aus Vaduz um Genehmigung einer «Wollkarterei nebst Spinn- gelegenheit mit 2 — 3 Spinnstühlen», um die inländische Schafwolle zu verarbeiten; 29. März 1855, LRA CIV/244, Nr. 299. - 1856 wollte Andreas Nigg aus Balzers eine Baumwoll-, Leinen- und Schafwollweberei ins Leben rufen; da er wegen Schmuggel einiges auf dem Kerbholz hatte, wurde er abgewiesen; LRA CV/275, Nr. 1117, 1019. 130 Gesuch von Anton Hartmann aus Hard bei Bregenz, 14. März 1860, LRA CVIII/241, Nr. 403. 131' Siehe unten S. 314 ff. 132 HK PExh. 1856/7461, 8384, präs. 7. Aug. 1856. 133 Vgl. Hager, JBL 1961, S. 39. 134 Betrug bisher etwa die Steuer auf einen Eimer Wein 17 Kreuzer, so sollte sie nun auf 87 Kreuzer erhöht werden. 211
        

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